Oswalds debüt endet mit nullnummer: eilenburg bleibt im keller stecken
Karsten Oswalds erster Tag als Chef des FC Eilenburg fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht. 90 Minuten lang schoben seine Spieler den Ball über den kunststoffverdreckten Rasen von Hertha Zehlendorf, aber das Netz zitterte nicht einmal. Am Ende stand ein 0:0, das wie eine Niederlage schmeckt – und eine Rote Karte für Moritz Kretzer, die den Abstiegskampf weiter zuspitzt.
Die statistik, die alles sagt: 19 punkte, 27 spieltage, keine perspektive
Mit 19 Zählern klebt Eilenburg weiter am Tabellenende fest. Die Konkurrenz aus Leipzig schraubte sich unterdessen auf 23 Punkte. Der Abstand wächst, die Zeit schrumpft. Oswald wollte einen Befreiungsschlag, bekam aber nur ein müdes Remis. Seine Mannschaft wirkte wie gelähmt, als hätte sie vergessen, wofür sie überhaupt aufläuft.
Die erste Viertelstunde sah noch nach Mut aus. Jeronimo Mattmüllers Kopfball (7.) hätte fast das frühe Signal gegeben, doch Louis Schulze rettete auf der Linie. Danach entzauberte der Berliner Wind den Spielplan. Die Bälle segelten unkontrolliert, die Nerven flatterten mit. Stanley Keller probierte es zweimal, Jakob Pieles parierte beide Male mit den Fingerspitzen. Auf der Gegenseite schlenzte Marcus Niemitz am langen Pfosten vorbei – ein Bild für die ganze Saison.
Zurück in der Kabine musste Oswald realisieren, dass seine taktischen Pinselstriche nicht reichten. Die zweite Hälfte begann mit dem gleichen Bild: Zehlendorf drängte, Eilenburg konterte. Mattmüller scheiterte an Dedidis, Niemitz am Aluminium. Die Uhr tickte, die Spannung stieg – aber das Tor blieb aus.

Kretzers rot setzt dem chaos die krone auf
In der 87. Minute riss Moritz Kretzer Niklas Doll von den Beinen. Schiedsrichter Wagner zückte sofort Rot, und plötzlich stand Eilenburg mit zehn Mann. Die Szene war hart, aber nicht unberechtigt. Kretzer hatte das Tempo falsch eingeschätzt, das Spiel verloren – und vielleicht auch die Klasse.
Die letzten Minuten waren reines Glücksspiel. Jones und Schulz verpassten die Siegtore für die Berliner, Pieles hielt seine Farben mit einer Parade nach der anderen. Der Punkt hilft nur auf dem Papier. In der Realität rückt der Abstieg näher, die Luft dünner, die Stimmen lauter.
Karsten Oswald blickt nun auf sieben Spiele, die über Klassenverbleib oder -abstieg entscheiden. Sein Debüt war kein Neuanfang, sondern eine Bestätigung der Krise. Die Nullnummer in Zehlendorf war kein Befreiungsschlag – sie war das Geräusch, das ein Körper macht, wenn er auf dem Boden aufschlägt.
