Österreich vor wm-abenteuer: rangnick-zukunft und große träume
Ein Raunen ging durch das Lager des ÖFB: Nach 26 Jahren kehrt die österreichische Nationalmannschaft zur Fußball-Weltmeisterschaft zurück. Doch während die Fans bereits die neuen Trikots schwingen und den offiziellen WM-Song in Dauerschleife hören, steht die Zukunft des gefeierten Trainers Ralf Rangnick unter keinem guten Stern. Kann er das Team auch in Brasilien führen – oder winkt schon bald ein Abschied?
Die stimmung kocht: schmäh und taylor swift im abschlusstraining
Die Vorbereitung in Kalifornien ist alles andere als langweilig. Während die Spieler sich mit dem WM-Song „Stripes and Stars“ von Paul Pizzera austoben – ein humorvoller Track, der österreichischen Schmäh auf Pop-Melodien vereint – zeigt sich Rangnick sichtlich amüsiert. „You may have Taylor Swift, but we’ve got Gregoritsch“, singt es im Refrain. Ein Seitenhieb auf die Pop-Ikone, der beim deutschen Coach sichtlich ankommt. Auch die Zeile „You may have Britney bitch, we’ve got Arnautovic“ sorgte für Lacher. Rangnick selbst wurde im Song als „Coach Ralf Rangnick“ gefeiert. „Das ist eine coole Geschichte“, grinste der 67-Jährige.

Rangnick: bleibt er oder geht er? die frage beschäftigt den öfb
Doch hinter der ausgelassenen Stimmung verbirgt sich eine brisante Frage: Wie lange wird Rangnick das rot-weiß-rote Team noch trainieren? Dem Vernehmen nach liegt ein unterschriftsreifes Angebot des ÖFB bis zur EM 2028 vor, doch der gefragte Coach hat seine Zukunft offengelassen. Gerüchte über das Interesse des AC Mailand machten die Runde, doch aus Italien gibt es nun Berichte über eine mögliche Verpflichtung von Oliver Glasner. Josef Pröll, der Vorsitzende des ÖFB-Aufsichtsrats, reist am Sonntag ins Teamquartier, um mit Rangnick zu sprechen und ihn von einem Verbleib zu überzeugen. „Finanziell können wir mit einem internationalen Topklub nicht mithalten“, räumte Pröll im „ORF“ ein, zeigte sich aber optimistisch: „Wir wissen, was wir aneinander haben.“

Alaba und co. schwärmen von rangnicks einfluss
Die Spieler schätzen Rangnicks Arbeit sehr. David Alaba, Kapitän der Nationalmannschaft, lobte ihn kürzlich in einem Interview mit „Sports Illustrated Deutschland“: „Seine Verpflichtung kam genau zum richtigen Zeitpunkt, um unsere Entwicklung weiter voranzutreiben – und war wahrscheinlich das fehlende Puzzleteil.“ Auch Marco Friedl vom SV Werder Bremen zeigte sich begeistert: „Es ist kein Zufall, dass wir nach Jahren eine gute Europameisterschaft gespielt haben und zur Weltmeisterschaft zurück sind.“

Die ziele sind klar: mehr als nur eine teilnahme
Rangnick selbst richtet den Blick auf das Turnier. In Gruppe J trifft Österreich auf Jordanien, Argentinien und Algerien. „Es geht darum, zu überraschen. Viele Nationen haben uns noch nicht wirklich auf dem Schirm“, betonte der Coach. Sein Ziel: „In der K.o.-Phase möglichst weit kommen.“ Mit einer gesunden Portion Schmäh und einer klaren Strategie wollen die Österreicher in Brasilien für Furore sorgen. Die Reise nach Brasilien ist eine Chance, die man nutzen muss – und die österreichische Fußballnation fiebert bereits einem erfolgreichen WM-Auftritt entgegen.
