Orlando verspielt die saison: 31:0-kollaps und ein trainer auf abruf

Die Orlando Magic haben sich selbst abgeschossen. Mit einem 31:0-Punkte-Rochade-Toronto feierte die NBA die längste Nullserie der Geschichte – und Florida schaute in den Abgrund. Playoffs? Jetzt nur noch rechnerisch. Die Mannschaft, die vor acht Monaten noch als „Win-Now“-Kandidat durchstarten wollte, ist auf dem besten Weg, sich selbst zu versenken.

Wie aus champions-anwärtern ein fall für die sportschau wurde

Die Rechnung war simpel: Paolo Banchero plus Franz Wagner plus last-years-Defense gleich Top-4 im Osten. Stattdessen kassierte Orlando nach dem All-Star-Break das schlechteste Defensive Rating seit 2018. Die einstige Pest, die Gegner auf 108,9 Punkte pro 100 Possessions drückte, lässt heute 117,2 Punkte zu – das reicht nicht einmal für die Play-In-Ränge.

Die Kaderplaner zahlten fünf Erstrundenpicks für Desmond Bane, um endlich jemanden zu haben, der den Ball von außen versenkt. Ergebnis: plus 0,6 Dreier pro Spiel, Platz 24 in der Liga. Die Front Office-Phrasen von „Spacing-Upgrade“ klingen inzwischen wie Satire.

Mosleys macht bröckelt – und die stars ducken sich weg

Mosleys macht bröckelt – und die stars ducken sich weg

Jamahl Mosley predigte seit Jahren Identität über Einsatz. Doch wer hört noch, wenn im hinteren Block schon die TikTok-Clip-App klickt? Nach der 31:0-Klatsche in Toronto ignorierten mehrere Spieler sein High-Five, Banchero antwortete auf Nachfragen zum Coach mit einem demonstrativen „Kein Kommentar“. Die Chemie ist nicht gestört – sie ist eingefroren.

Zieht man die letzten zwölf Spiele heran, sieht die Defense aus, als fehle ein Kommunikationskabel. Jalen Suggs fehlt mit Handgelenksproblemen, Anthony Black ist seit Wochen out, Franz Wagner lahmt mit Knie-Inflammation. Ohne sie bleibt nur ein Gerippe aus Talent, das aber den Dreh nicht findet, wann es helfen und wann es roteren muss.

Das restprogramm ist ein gruselkabinett

Das restprogramm ist ein gruselkabinett

Sieben Partien, allesamt gegen Playoff-Konkurrenten. Die Suns kommen mit Durant und Booker, die Celtics als Titelverteidiger, die Hawks mit Trae Youngs Pick-and-Roll-Feuerwerk. Orlando muss fünf Siege holen, um die 45-Sieg-Marke – die wohl nötig ist, um Play-In-Silberpapier zu bleiben. Die Wahrscheinlichkeit dafür: laut ESPN Analytics 18 %. Die Stimmung in der Kabine: eisig.

Und dann die Tickende Bombe: 2026/27 zahlt Banchero 42 Millionen Dollar, der Vertrag von Wendell Carter läuft aus, Mosley steht ohne greifbares Konzept da. Die Magic haben ein Jahr, ihre jungen Kerle zu einem Pakt zu formen – sonst werden sie zum CBA-Opfer und schaufeln anderen Teams Elite-Talente in den Schoß.

Die Saison ist noch nicht gelaufen, aber der Ruf nach einem Neuanfang wird lauter. Orlando muss sich entscheiden: neue Stimme an der Seitenlinie oder neues Gerüst um die Stars. Beides auf einmal wird teuer – doch das Schweigen nach 31:0-Punkten ist noch teurer.