Opel stürmt die formel e: blitz-marke startet 2027 mit 600 kw durch
Rüsselsheim schlägt Madrid. Während die aktuelle Formel-E-Saison noch dampft, kündigte Opel-Chef Florian Huettl gemeinsam mit Series-Boss Jeff Dodds den Einstieg des Blitz-Marken-Werks-Teams ab Saison 13 an. Die Botschaft: 600 kW, Allrad, null Emissionen – und ein volles vierjahres-Programm.
Warum jetzt? die gen4-generation lockt
Die Timing-Frage beantwortet sich beim Blick auf die 2027er Gen4-Boliden von selbst. Doppelleistung gegenüber heute, permanentes Torque-Vectoring, keine Frankelei mehr mit kurzen Boost-Fenstern. Opels Motorsport-Direktor Jörg Schrott hat schon jetzt ein Dutzend Top-Ingenieure aus dem Rallye- und Langstrecken-Umfeld versammelt, um die neue Plattform zu bändigen. „Wir wollen nicht nur dabei sein, wir wollen vorne mitfahren“, sagt Schrott im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt – und das klingt nicht nach Standard-PR, sondern nach Handschlag-Kultur.
Stellantis treibt die Elektro-Offensive konsequent voran. Citroën ist 2024/25 eingestiegen, DS feiert seit Jahren Podeste – und nun setzt der Konzern einen zweiten deutschen Akzent neben dem bereits bestätigten Porsche-Werksteam. Die Markenlogik dahinter: Opel positioniert sich mit der GSE-Baureihe (Grand Sport Electric) neu, und was bietet mehr Beweis für Serienstauglichkeit als Siege im weltweit härtesten Stadt-Stadion-Renzzirkus?

Stimmen aus der boxengasse
Jeff Dodds strahlt. Der Formel-E-Chef sieht im Opel-Deal nicht nur zusätzliche Startnummern, sondern „frisches Engineering aus dem Herzen Europas“. Dodds kennt die Zahlen: Jede neue Marke zieht durchschnittlich 7 % mehr TV-Quoten und 12 % mehr Social-Media-Reach nach sich. Sponsoring-Kalkulationen inklusive.
Florian Huettl wiederum betont die Rückkopplung auf die Straße: „Unsere Kunden sollen spüren, dass der Corsa-e oder Mokka-e dieselbe DNA trägt wie der Rennwagen.“ Ein Satz, der bei Abt-Audi und BMW schon funktionierte – nur dass Opel diesmal die Gen4-Ära von Minute eins an mitgestaltet.
Was noch fehlt: fahrer, farbe, facts
Pilotennamen? Noch unter Verschluss. Ein Blick auf die verfügbaren Top-Talente führt aber schnell zu einem Kürzel: Wehrlein ist Porsche-verplant, Mortara sucht noch ein Cockpit nach dem Maserati-Aus, und di Grassi liebt Deutschland. Schrott will „eine Mischung aus Erfahrung und Jugend“, was in der Formel E oft das goldene Mittel ist – siehe Jaguar mit Evans und Bird.
Die Lackierung wird Anfang Mai auf dem Paul-Ricard-Test am Castellet enthüllt. Insider tippen auf ein Neon-Blau-Gelb, das an die historische Opel-Blitz-Werbung erinnert. Die Chassis-Vorlage liefert Spark, Antriebsstrang und Software kommen aus dem Stellantis-Entwicklungszentrum in Turin. Eigenbau-Mythen gibt es in der Formel E seit Gen3 nicht mehr – dennoch zählt, wer die Energie am besten managt.

Die große zielmarkierung
Vier Jahre, 48 Rennen, 16 Stadtkurse. Opel will bis 2030 mindestens einen Sieg und drei Podeste – intern lautet die Marschrichtung: „Top-5 im Teams-Ranking 2028.“ Ein ehrgeiziger Plan, doch die Zeitrechnung spricht für die Hessen: Gen4 ist eine Reset-Taste für alle, und wer früh testet, sammelt entscheidende Kilometer. Schrotts Leute haben bereits Simulator-Stunden in Köln-Rodenkirchen verbracht, erste Roll-outs auf dem Contidrom sind für Oktober geplant.
Die Fans dürfen sich freuen. Die Konkurrenz sollte sich warm laufen. Mit Opel erhält die Formel E nicht nur ein weiteres Werks-Logo, sondern eine Marke, die Motorsport-Kultur im deutschen Sprachraum seit Jahrzehnten prägt – vom Ascona 400 bis zum Elektro-Blitz von morgen. Die Ampel springt auf Grün. 2027 wird heiß.
