Playoff-atlas der schweiz: davos schockt zug, bern thront unangefochten

Die 40. Playoff-Ausgabe der National League ist gerade ein paar Stunden alt und liefert schon die erste Bombe: HC Davos ringt den haushohen Favoriten EV Zug mit 4:3 nieder – zwei Tore in den letzten 90 Sekunden drehen die Serie. Die Rangliste aller 16 Playoff-Teilnehmer seit 1986 zeigt, warum diese Nacht in die Geschichtsbücher wandert.

Davos schreibt kapitel eins – und die ewige tabelle zittert

Der Rekordmeister aus dem Landwassertal startet mit dem nötigen Pathos in den Meisterkampf. Schon 307 Playoff-Spiele hat der HCD bestritten, nur der SC Bern (360) stand häufiger auf dem Eis. Doch Quote zählt: Mit 52,77 % Siegen liegt Davos vorne, muss sich aber noch ZSC Lions (55,08 %) und HC Lugano (56,00 %) geschlagen geben. Der SC Bern thront mit 58,61 % unangefochten – und mit zehn Titeln in 14 Final-Einzügen.

Die Niederlage tut dem EV Zug deshalb so weh, weil er als erste Mannschaft die 300-Spiel-Marke durchbrach, aber bei 47,08 % Siegen stets den Anschluss an die ganz großen verpasste. Die beiden Titel 2021 und 2022 sind seine einzigen Meistersterne seit der Playoff-Einführung – ein Makel, der nach dem 3:4 von Freitagabend größer wirkt als je zuvor.

Die verlierer des abends sind längst historie

Die verlierer des abends sind längst historie

HC Fribourg-Gottéron kassierte ein 2:5 gegen die SCRJ Lakers und rutscht auf 42,33 % Siege – Rang sieben in der ewigen Tabelle, aber mit leeren Händen nach dem ersten Viertelfinaltag. Die Rapperswiler schrauben ihre Bilanz auf 37,08 % und zeigen, warum sie sich in den Play-Ins schon warmgeschossen haben. Ihr erstes Playoff-Spiel datiert auf 1996, doch dieses Jahr könnte ihre erste Serie seit 2006 endlich einen neuen Happy End finden.

Der EHC Olten und der HC Sierre bleiben die ewigen Statisten: Kein einziger Sieg in je vier Partien, 0,00 % – ein Monument der Auswärtigkeit. Der EHC Basel steht mit 20 % nur unwesentlich besser da, doch das 1:10 gegen Davos aus dem Jahr 2006 brennt noch heute in den Augen der Fans.

Lugano und zürich liefern sich ein kopf-an-kopf-rennen

Lugano und zürich liefern sich ein kopf-an-kopf-rennen

Am Samstagabend treffen ZSC Lions und HC Lugano aufeinander – im Kampf um Rang zwei der Tabelle und um Platz zwei der Historie. Die Zürcher haben 325 Spiele, 179 Siege; die Tessiner gleich viele Partien, aber 182 Erfolge. Ein Unentschieden trennt die Rivalen. Wer gewinnt, rückt in Schlagdistanz zum SC Bern heran – zumindest statistisch.

Die Playoffs sind ein Marathon, aber die erste Nacht hat schon Sprint-Qualität. Nach 39 Jahren geht die Jagd auf den Meisterkübel in die 40. Runde – und kein Club kann sich auf seine Historie ausruhen. Die Tabelle lügt nicht, aber sie garantiert auch nichts. Ausser vielleicht das: Wer in der ersten Partie stolpert, muss in der zweiten sprinten. Davos hat den Startschuss eröffnet – und die Ewigkeit der Statistik bewegt sich mit jedem Tor weiter.