Onu: der beethoven-blocker, der bamberg zum beben bringt!
Bamberg ist in Aufruhr – und das hat nicht nur mit dem Pokalsieg zu tun. EJ Onu, der 2,11 Meter große Shot-Blocker, ist zum heimlichen Star der Baskets geworden. Während andere Spieler zum Dunking ansetzen, ist es für Onu die Abwehr, die sein Herz höherschlagen lässt – und die er mit einer Präzision und Leidenschaft beherrscht, die in der Easycredit Basketball Bundesliga ihresgleichen sucht.
Die mauer unter dem korb: onus block-dominanz
2,4 Blocks pro Spiel – diese Zahl allein spricht Bände. Während Charles Thompson (Würzburg) und Osun Osunniyi (Heidelberg) bei 1,4 bzw. 1,3 liegen, baut Onu eine Festung unter dem Bamberger Korb, die für Gegner zur echten Qual wird. Es ist nicht nur die schiere Größe und Reichweite von 2,30 Metern, die ihn zum Monsterblocker machen, sondern auch das Timing, das er mit einer fast schon artistischen Eleganz beherrscht. „Man darf nicht zu früh hochspringen, sondern muss ein Gefühl dafür haben, was der Gegner macht“, erklärt Onu, dessen Vorname Ejiofor Johnson ist, und trifft damit den Nagel auf den Kopf.
Die Baskets Bamberg sind zur Stunde der Sieger in der BBL. Der Pokalsieg gegen Bayern München (103:97) und Alba Berlin (74:72) war der Startschuss für eine beeindruckende Serie von sieben Erfolgen in acht Spielen. Trainer Anton Gavel (41) schwärmt von seinem Defensivanker: „Er leistet Unglaubliches für uns in der Verteidigung.“

Von der nba-träumerei zum klavier-konzert
Onus Karriere ist eine Geschichte von Höhen und Tiefen. Der Traum von der NBA, der ihn einst antrieb, platzte im Herbst 2021, als die Dallas Mavericks ihn nach kurzem Vertrag wieder freigaben. Doch der 26-Jährige ließ sich nicht entmutigen. Stationen in Spanien (Río Breogán) und Polen (Legia Warschau) führten ihn zurück nach Bamberg, wo er nun reifer denn je agiert. Der Sohn nigerianischer Eltern spielt mit der Nummer 35, ein Tribut an seine NBA-Vorbild Kevin Durant, der ebenfalls für seine Shot-Blocking-Fähigkeiten bekannt ist.
Doch Onu ist mehr als nur ein Basketballer. Seine Leidenschaft gilt auch der klassischen Musik. In Bamberg sucht er verzweifelt einen Klavierlehrer, um seine Fähigkeiten zu perfektionieren. „Ich übe gerade ‚Für Elise‘ von Beethoven. Das ist ein guter Anfang“, gesteht er. Das klassische Konzert nach einem harten Basketballspiel – eine Kombination, die seinesgleichen sucht.
Seine Ziele sind hoch gesteckt. „Wir sind ein richtig gutes Team mit starker Defensive und können jeden in der Liga schlagen, auch Bayern, sogar in einer Play-off-Serie“, sagt Onu mit Überzeugung. Und wer ihm beim Blocken über die Schulter schaut, der erkennt schnell: Dieser Mann lebt für den Sieg – und für die perfekte Melodie.
Die Zukunft ist offen, sein Vertrag läuft im Sommer aus. Aber eines ist klar: Solange Ejiofor Johnson Onu auf dem Feld steht, werden die Gegner in Bamberg einen schmerzhaften Nachmittag erleben – und vielleicht sogar die ein oder andere Beethoven-Note vernehmen.
