Onlyfans-milliardär radvinsky stirbt mit 43 – ein imperium von 7,8 mrd. wird beerbt

Leonid Radvinsky ist tot. Der ukrainisch-amerikanische Investor, der aus der Porno-Plattform OnlyFans eine milliardenschwere Content-Maschine baute, verlor seinen jahrelangen Kampf gegen den Krebs. Er wurde 43 Jahre alt. Die Nachricht schlug am Sonntagabend wie eine Bombe in die Tech- und Medienwelt – und hinterlässt eine Lücke von 7,8 Milliarden Dollar.

Die letzten monate: stiller krieg gegen tumore

Im Kreislauf der Superreichen war Radvinsky ein Phantom. Keine Interviews, keine Gala-Auftritte, keine Selfies. Stattdessen Spendenflüsse: 150 Millionen Dollar allein für die Gastrointestinal Research Foundation, plus ein zweistelliger Millionenbetrag für Hautkrebsforschung. „Er hat seine Diagnose nie zur Schau gestellt, aber er hat sie zur Kasse gemacht“, sagt ein früherer Mitarbeiter des „Leo“-Fonds, der lieber anonym bleibt. Die OnlyFans-Holding Fenix International bestätigt den Tod knapp, fast klinisch: „Leo ist friedlich eingeschlafen.“

Die Zahlen, die er hinterlässt, sind alles andere als leise. Seit 2021 kassierte Radvinsky 1,8 Milliarden Dollar an Dividenden – umgerechnet 1,9 Millionen pro Tag. 4,6 Millionen Creator verkaufen auf seiner Plattform monatlich Content; die User geben jährlich über 7 Milliarden Dollar aus. Kurz vor seinem Tod sickerte durch: Ein Konsortium um ein saudisches Fondsvehikel soll 8 Milliarden für OnlyFans geboten haben. Die Due-Diligence war bereits im Gange.

Odessa, onlyfans, optimierung: die dreifach-formel eines milliardärs

Odessa, onlyfans, optimierung: die dreifach-formel eines milliardärs

Geboren in Odessa, ausgewandert mit zehn Jahren, programmierte Radvinsky schon mit 17 Porno-Scripts für Spam-Seiten. 2018 kaufte er die Mehrheit an OnlyFans – damals ein unbedeutendes UK-Start-up. Er entfernte Paywalls, setzte auf Creator-Bindung, ließ 20 % Plattformgebühr verblassen und schob selbst die Server-Redundanz auf fünf Kontinente. Innerhalb von 24 Monaten verfünffachte sich der Umsatz. „Er verstand, dass Nacktheit nur der Anfang war“, sagt Ex-Managerin Lena Chen. „Die Macht lag beim Algorithmus, nicht beim Hautertrag.“

Parallel baute er mit MyFreeCams ein zweites Kartenhaus auf und gründete den VC-Fonds Leo, der in Krypto-Start-ups wie Handshake und Protocol Labs pumpfte. Doch das große Geld kam aus OnlyFans. Die Plattform zahlte 2024 allein 5,3 Mrd. Dollar an Creator aus – mehr als Universal Music an Künstler. Die Margen: 34 %. Netflix schafft 11 %.

Was bleibt: ein vermögen, ein pledge und ein machtvakuum

Was bleibt: ein vermögen, ein pledge und ein machtvakuum

Radvinsky unterschrieb 2023 den Giving Pledge, das Versprechen der Milliardäre, das meiste Geld zu verschenken. Bislang flossen nur 300 Millionen. Der Rest – MyFreeCams, Beteiligungen, unzählige Krypto-Wallets – wartet auf neue Hände. Insider berichten von einem dreiköpfigen Interessenkonflikt: Seine Witwe will liquidieren, der langjährige CFO will nur Teilverkauf, ein anonymer Family-Office-Fonds drängt auf IPO. Stillstand ist keine Option: Die Creator-Industrie wächst um 22 % jährlich. Wer OnlyFans nicht bedient, verliert innerhalb von Quartalen die Marktführerschaft.

Die Nachrichtenagenturen haben die Meldung bereits in die Finanz-Rubriken verfrachtet. Dort heißt es nüchtern: „Unternehmenswert von 8 Mrd. Dollar steht zur Disposition.“ Dabei ist Radvinskys Tod mehr als eine Bilanzfrage. Er war der Ingenieur eines Ökosystems, in dem jeder Körper ein Marktplatz ist und jede Lust ein Geschäftsmodell. Ohne ihn droht der Plattform, was allen digitalen Goldgräbern droht: Der nächste Algorithmus kommt. Und der nächste Phantom-Gründer wartet schon.

Die Uhr tickt. Die Klicks auch. Und die 4,6 Millionen Creator schauen auf ein leeres CEO-Konto.