Olympia-kritik am desg: eisschnellläufer petzold prangert missstände an
Olympische winterspiele überschattet von kritik
Nach den Olympischen Eisschnelllauf
-Wettbewerben in Italien brodelt es erneut in der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Der Eisschnellläufer Fridtjof Petzold hat nach seinem Ausscheiden im Halbfinale des Massenstart-Wettbewerbs scharfe Kritik am Verband geübt und strukturelle Probleme sowie unprofessionelle Führung angeprangert.
Petzolds vorwürfe: vetternwirtschaft und angstkultur
Petzold bemängelte eine mangelnde Professionalität, die sich von der Verbandsspitze bis zur Betreuung durch die Trainer bei den Olympischen Spielen erstrecke. Er sprach von einem grundsätzlichen Strukturproblem innerhalb der DESG, das durch Vetternwirtschaft geprägt sei. “Sehr viele Familien bringen einfach ihre Leute da rein”, so Petzold. Er betonte zudem, dass viele Verantwortliche “sehr nah” am Präsidenten Matthias Große stünden, was zu einer Atmosphäre der Angst führe, in der sich Mitarbeiter scheuten, Kritik zu äußern.

Gestörtes verhältnis zum bundestrainer contin
Ein Schwerpunkt der Kritik lag auf dem Verhältnis zu Alexis Contin, dem Allround-Bundestrainer mit Sitz in Berlin. Seit dem Ende der vergangenen Saison habe es “persönliche Differenzen” gegeben. Obwohl der DESG ihm vor der Saison eine “bestmögliche Betreuung” zugesichert habe, habe sich dies in den letzten Wochen “entgegengesetzt entwickelt”. Die Betreuung bei den Olympischen Spielen entsprach nicht seinen Erwartungen.

Mangelnde betreuung im massenstart
Besonders kritisch sah Petzold die Betreuung im Massenstart. Er hätte sich gewünscht, dass Alexis Contin, der über die größte Kompetenz in dieser Disziplin verfüge, auf dem Eis anwesend wäre. Stattdessen wurde er vom niederländischen Sprint-Bundestrainer Aart van der Wulp betreut. Die DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz, die mit Contin verheiratet ist, wies die Kritik zurück und betonte, Petzold sei vollständig betreut worden.
Bereits zu beginn der spiele gab es unruhe
Die Kritik an der DESG begann bereits zu Beginn der Olympischen Spiele. Ein Bericht über angebliche Unregelmäßigkeiten innerhalb des Verbandes und ein belastetes Verhältnis zwischen Athleten und Verbandsspitze sorgten für Unruhe. Die Verbandsführung kündigte eine Pressekonferenz nach den Spielen an, bei der sie umfassend Stellung nehmen werde. Petzold zeigte sich jedoch skeptisch und sagte, er erwarte sich “nichts speziell” von der Pressekonferenz und sei eher gespannt darauf, wie sich der Verband aus der Situation “rausreden” werde.
Die desg plant eine stellungnahme
Die DESG wird auf einer Pressekonferenz nach den Spielen umfassend Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die Kritik von Fridtjof Petzold und die damit verbundenen Unruhen für den Verband haben werden. Die Situation wirft ein Schlaglicht auf die internen Strukturen und die Kommunikation innerhalb der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft.
