Olympia-drama: drohen bob, rodeln und skeleton der ausschluss?

Olympische spiele: ioc prüft radikale veränderungen im winterprogramm

Droht den Schlittensportarten Bob, Rodeln und Skeleton das Aus bei den Olympischen Spielen? Laut Insiderinformationen plant das Internationale Olympische Komitee (IOC) weitreichende Reformen des Winterspiel-Programms. Gründe dafür sind steigende Kosten, zunehmende Umweltbedenken und der Fokus auf Nachhaltigkeit. Besonders für Deutschland, eine traditionell starke Schlitten-Nation, hätte ein Ausschluss gravierende Folgen.

Kritische stimmen und hintergründe

Die Diskussionen laufen auf Hochtouren. Johannes Lochner, Doppel-Olympiasieger im Viererbob, plant eigentlich, nach dem Wiederaufbau der Bobbahn am Königssee ein Geschäft mit Taxibob-Fahrten zu starten. Doch die Zukunft der Bahn – und damit auch seiner Pläne – ist ungewiss. Insider, wie Duncan Mackay von den “Zeus Files”, berichten, dass die Reformvorschläge weit über die Einführung neuer Sportarten wie Cyclocross hinausgehen könnten.

Kosten und nachhaltigkeit als hauptkritikpunkte

Kosten und nachhaltigkeit als hauptkritikpunkte

Die hohen Baukosten für Eisbahnen sind ein wesentlicher Kritikpunkt. Die Bobbahn in Cortina d’Ampezzo verschlang beispielsweise 118 Millionen Euro – 37 Millionen mehr als geplant. Auch der Energieverbrauch für die Vereisung und der Eingriff in die Landschaft werden bemängelt. Das IOC bevorzugt bestehende Bahnen, wie beispielsweise in Lake Placid (USA), um die Kosten und Umweltauswirkungen zu minimieren.

Deutsches team besonders betroffen

Für das deutsche Team wäre der Ausschluss der Schlittensportarten ein schwerer Schlag. Bei den Spielen in Cortina d’Ampezzo gewannen die deutschen Athleten beeindruckende 19 von 26 Medaillen, was einem Anteil von rund 73 Prozent entspricht, darunter sechs von acht Goldmedaillen. Die Dominanz Deutschlands in diesen Disziplinen macht den potenziellen Verlust umso schmerzhafter.

Coventrys appell und der „fit for the future“-prozess

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betonte die Notwendigkeit, die Sportarten kritisch zu hinterfragen: „Wir müssen ehrlich sein, was funktioniert und was nicht.“ Im Rahmen des Prozesses „Fit For The Future“ prüfen vier Arbeitsgruppen die Zukunft der Olympischen Spiele, darunter eine Programmkommission unter dem Vorsitz von Karl Stoss (Österreich). Es zeichnet sich ab, dass die Winterspiele in Mailand und Cortina 2026 möglicherweise die letzten sein könnten, die ausschließlich auf Schnee und Eis ausgetragen werden.

Neue sportarten im visier

Als mögliche Nachfolger für die Schlittensportarten werden Sportarten wie Handball und Volleyball genannt, die in den Winter-Kalender integriert werden könnten. Dies soll nicht nur die Sommerspiele in Los Angeles 2028 entlasten, sondern auch die Winterspiele für ein breiteres Publikum weltweit attraktiver machen. Derzeit konzentrieren sich die Winterspiele hauptsächlich auf Nordeuropa, Nordamerika und Ostasien.

Entscheidung im juni erwartet

Die endgültige Entscheidung könnte bereits bei der IOC-Session in Lausanne am 24. und 25. Juni fallen, wenn die ersten Ergebnisse der Programmkommission erwartet werden. Für die Winterspiele 2030 in den französischen Alpen und 2034 in Utah ist der Platz der Schlittensportarten aufgrund bestehender Verträge vorerst gesichert. Doch die Zukunft danach bleibt ungewiss.