Olympia 2026: dopfer analysiert enttäuschende alpin-ergebnisse des dsv
- Enttäuschung in bormio: dsv-herren verpassen medaillen
- Dopfer: „nie durch breite geglänzt“
- Straßers durchwachsene saison und verpasste chance
- Bormio: eine anspruchsvolle strecke
- Hohe konkurrenz im slalom
- Deutschland weit entfernt vom podest – hoffnung für die zukunft
- Jocher und vogt: hoffnungsträger im speed-bereich
- Keine breite wie österreich oder schweiz
Enttäuschung in bormio: dsv-herren verpassen medaillen
Nach den alpinen Rennen in Bormio steht fest: Die deutschen Herren konnten bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand Cortina bisher nur ein Top-10-Ergebnis erzielen. Lediglich Linus Straßer erreichte im Slalom den neunten Platz. Ist das zu wenig? Fritz Dopfer, Experte von Eurosport, analysiert die Situation und beleuchtet eine historische Eigenart im Deutschen Skiverband (DSV).

Dopfer: „nie durch breite geglänzt“
„Das deutsche Alpinteam der Herren hat nie durch die Breite geglänzt“, so Dopfer. „Es gab nie viele Athleten, die ganz vorne mit dabei waren. Über die Generationen hinweg gab es immer wieder einzelne Topfahrer.“ In den letzten drei Jahren konnte nur Straßer im Weltcup aufs Podium fahren – insgesamt sechsmal. Doch auch der 33-Jährige erlebt eine schwierige Saison.

Straßers durchwachsene saison und verpasste chance
„Für ihn war es keine einfache Saison. Trotzdem hatten wir ihn auf dem Zettel für eine Medaille“, erklärt Dopfer. Im ersten Durchgang des Slaloms hatte Straßer bereits 2,35 Sekunden Rückstand auf den Führenden Atle Lie McGrath. Im zweiten Durchgang verhinderten zwei Fehler eine Aufholjagd. Die Strecke in Bormio lässt schlichtweg keine Fehler zu.

Bormio: eine anspruchsvolle strecke
„An den ungünstigsten Stellen hatte er solche Unsauberkeiten drin. Dementsprechend gelang ihm im zweiten Durchgang nicht der Sprung nach ganz vorne. In Summe kann er mit seiner Leistung zufrieden sein, 95 Prozent seiner Fahrten im ersten und zweiten Durchgang waren sehr gut“, analysiert Dopfer. Im Slalom gibt es laut Dopfer „knapp 20 Anwärter auf das Podest“, was die Konkurrenzsituation verdeutlicht.

Hohe konkurrenz im slalom
„Ehrlicherweise gibt es im Slalom knapp 20 Anwärter auf das Podest. Da gibt es eine so breite Phalanx an Top-Athleten, es muss also alles zusammenpassen. Du darfst dir keine Schwäche erlauben“, betont Dopfer. Straßer selbst zeigte sich nach dem großen Rückstand ratlos und deprimiert.
Deutschland weit entfernt vom podest – hoffnung für die zukunft
Insgesamt ist die Bilanz der deutschen Alpinherren bisher bescheiden. „Wenn wir uns den Weltcup ansehen, merkt man, dass Deutschland abseits des Slaloms und mit Abstrichen im Riesenslalom von den Podestplatzierungen ein Stück weit entfernt ist“, so Dopfer. „Das ist ein normaler Prozess.“ Mit Simon Jocher und Luis Vogt sieht der DSV jedoch vielversprechende Talente im Speed-Bereich.
Jocher und vogt: hoffnungsträger im speed-bereich
„Punktuell sind sie stark. Sich die Beständigkeit zu erarbeiten, sich über eine Saison hinweg in den Top 5 zu klassifizieren, braucht noch etwas Zeit“, merkt Dopfer an. Im Riesenslalom könne man dank Anton Grammel, Fabian Gratz und Alexander Schmid bereits jetzt auf eine „schlagkräftige Gruppe“ bauen.
Keine breite wie österreich oder schweiz
„Natürlich ist keine Breite vorhanden wie in Österreich oder in der Schweiz, aber die Qualitäten im Team sind da“, unterstreicht der 38-Jährige. Entscheidend sei nun, dass man die nötige Geduld mitbringe, um die jungen Talente weiterzuentwickeln und so langfristig wieder erfolgreich zu sein.
