Olly: vom rugby-feld auf die bühne – ein leben zwischen leidenschaft und hingabe

Olly: vom rugby-feld auf die bühne – ein leben zwischen leidenschaft und hingabe

Olly, der Shootingstar der italienischen Musikszene und Gewinner des letzten Sanremo-Festivals, verbindet zwei Welten, die auf den ersten Blick unterschiedlich erscheinen: Musik und Rugby. Der 24-Jährige war bis zum 16. Lebensjahr als dritte Reihe und Kapitän beim Cus Genova aktiv, bevor er sich voll und ganz der Musik widmete. Seine Konzerte sind ausverkauft, doch die Leidenschaft für den Rugbysport ist ihm geblieben.

Die verbindung von musik und rugby

Wie gelingt es ihm, diese beiden Welten zu vereinen? Olly erklärt: „Man muss nur meine Art, Konzerte zu gestalten, sehen.“ Er beschreibt, wie auf der Bühne seine Energie und manchmal auch eine gewisse Unkonventionalität zum Vorschein kommen – Eigenschaften, die er auch vom Rugby-Feld kennt. „Es geht darum, alles zu geben und das Konzert mit derselben Intensität zu beenden, wie ich ein Spiel beendet habe.“

Erinnerungen an die anfänge

Erinnerungen an die anfänge

Seine erste Begegnung mit dem Rugby war prägend. Er erinnert sich an ein Training seines Bruders, als ein TrainerTommaso Ferro – ihn fragte, ob er es auch nicht einmal versuchen wolle. „Ich war sechs Jahre alt. Das Spielfeld des Carlini-Bollesan war damals fast nur Sand und Steine, und es regnete in Strömen. Es war schlammig“, erzählt Olly lachend. Doch er hatte Spaß und blieb dem Sport treu.

Die bedeutung des kapitäns

Die bedeutung des kapitäns

Während seiner Zeit beim Cus Genova war Olly stets Kapitän. Ob er diese Rolle auch auf der Bühne einnimmt? „Ich denke schon. Zum Beispiel, wenn ich versuche, jedem Mitglied meiner Band einen wichtigen Moment zu geben, damit auch er im Rampenlicht stehen kann. Das kann man mit einem Zuspiel zum Mitspieler in der Nähe der Try-Linie vergleichen.“ Er betont, dass er auch im musikalischen Umfeld darauf achtet, anderen Raum zu geben und sie zu fördern.

Respekt und werte

Respekt und werte

Olly legt großen Wert auf Respekt und betont, dass diese Werte immer ein Teil seiner Persönlichkeit waren, auch wenn es in der Vergangenheit manchmal anders dargestellt wurde. „Ich vertraue den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, und das ist besonders wichtig bei dieser musikalischen Herausforderung.“ Er sieht Parallelen zwischen dem Teamgeist im Rugby und der Zusammenarbeit mit seiner Band.

Begegnung mit der nationalmannschaft

Begegnung mit der nationalmannschaft

Ein besonderes Erlebnis war die Begegnung mit der italienischen Rugby-Nationalmannschaft in Dublin. „Ich habe nur einige von ihnen über soziale Medien gekannt. Aber im persönlichen Gespräch habe ich festgestellt, wie professionell und intelligent diese Spieler sind. Sie haben eine unglaubliche Ausstrahlung und ich fühlte mich als kleiner Mann in ihrer Mitte – und das sage ich nicht oft!“, schildert Olly beeindruckt.

Vorbilder und inspiration

Vorbilder und inspiration

Als Vorbilder nennt er Sergio Parisse, der seine Generation geprägt hat, sowie die Brüder Mauro und Mirco Bergamasco. „Mit meinem Bruder haben wir davon geträumt, einmal wie sie zu werden. Vor jedem Spiel standen wir auf und sangen die Hymne, umarmt – so wie die Bergamascos.“ Er freut sich, dass es heute mit den Brüdern Garbisi und Cannone erneut zwei Brüder im Nationalteam gibt.

Tränen der freude und des zorns

Tränen der freude und des zorns

Olly gesteht, dass er im Rugby eher wegen Niederlagen als wegen Siegen geweint hat. „Als Kind konnte ich meine Emotionen nicht immer gut kontrollieren, und nach einer Niederlage war ich oft tief enttäuscht.“ Er betont, dass der Sport ihm geholfen hat, mit seinen Gefühlen umzugehen.

Tätowierungen und musikalische pläne

Tätowierungen und musikalische pläne

Ob er sich ein Rugby-Tattoo stechen lassen wird? „Noch nicht, aber es ist in Planung. Mein Tätowierer ist gerade in Mexiko…“ Er stellt sich ein Design vor, das verschiedene Aspekte seines Lebens vereint: Rugby, Boxen (das er dreimal wöchentlich als Amateur betreibt) und natürlich seine Liebe zur Sampdoria Genua. Eine eigene Hymne für das Rugby? „Das wäre eine gute Idee, aber ich lasse mich nicht drängen. Ich schreibe nur die Songs, die mir in den Sinn kommen.“

Respekt vor den profis

Respekt vor den profis

Olly entschied sich, die Nationalmannschaft erst nach dem Spiel in Dublin zu treffen, um ihnen nicht den Fokus zu nehmen. „Ich wollte nicht im Weg stehen. Diese Jungs arbeiten hart und verdienen ihren Moment.“ Er war beeindruckt von der Professionalität und Intelligenz der Spieler und fühlte sich in ihrer Anwesenheit klein. Es ist ein Ausdruck seines Respekts vor der harten Arbeit und Hingabe, die im Profisport erforderlich sind.