Olise: vom gefürchteten flügelstar zum spielmacher – deschamps' taktischer schachzug?
Michael Olise, der französische Nationalspieler, sorgte in der letzten Saison in der Bundesliga regelmäßig für Kopfschmerzen bei den Verteidigern. Seine Dribblings und präzisen Schüsse ins lange Eck waren ein Albtraum für viele Abwehrreihen. Doch nach einem holprigen Start in die WM 2026 könnte sich sein Rollebild fundamental ändern.
Die erste halbzeit: ein angriff ohne struktur
Das Auftaktspiel gegen Senegal offenbarte Schwächen im französischen Spiel. Trotz der individuellen Klasse von Olise, Mbappé, Dembélé und Doué fand die Équipe Tricolore kaum Lösungen im gegnerischen Feld. Das Zusammenspiel wirkte verknüpft, die Bewegungslosigkeit groß. Die senegalesische Defensive stand selten vor einem echten Problem.
Doch dann kam die taktische Umstellung. In der Halbzeitpause schien Didier Deschamps eine entscheidende Veränderung vornzunehmen: Olise rückte ins Zentrum, agierte hinter Mbappé und übernahm die Spielmacherrolle. Sofort änderte sich die Dynamik – Frankreich kontrollierte das Spielgeschehen besser und fand mehr Wege zum Tor. Die Zahl spricht für sich: 3:1 am Ende.
Olise selbst traf zwar nicht, wurde aber vom französischen TV-Sender Canal+ zum „Player of the Match“ gekürt. Seine Vorlage zum 1:0, ein brillanter Steckpass zu Mbappé, war der Beweis seiner neuen Bedeutung. Was niemand erwartet hätte: Der Außenspieler wird zum Dirigent des französischen Angriffs.

Die neue rolle: mehr raum für die stars
Die Leistung gegen Senegal hat offenbar Konsequenzen. Deschamps könnte Olise nun dauerhaft auf der Zehner-Position einsetzen. Der französische Trainerstab hat offenbar erkannt, dass diese Positionierung dem Team mehr Struktur und Variabilität verleiht. Mit Olise im Zentrum schaffen die anderen Angreifer mehr Räume und profitieren von seiner Übersicht.
Und das ist kein Zufall. Die Beobachter von Canal+ berichten, dass die Umstellung gezielt darauf abzielte, die Stärken der französischen Offensivkräfte besser zu nutzen. Olise, der zuvor für seine schnellen Dribblings und seine Torgefahr am Flügel bekannt war, kreiert nun Chancen für Mbappé und Co. Es ist ein taktischer Kniff, der Frankreich wieder zum Topfavoriten macht.
Der nächste Test steht bereits an: Am Montag trifft „Les Bleus“ auf den Außenseiter Irak. Spätestens im letzten Gruppenspiel gegen Norwegen wird sich zeigen, ob diese neue Strategie tragfähig ist. Sollte Olise auch dort in seiner ungewohnten Rolle überzeugen, wird die Fußballwelt kaum noch um dieses taktische Wunderwerk herumdiskutieren.
Denn eines ist klar: Frankreichs Erfolg hängt nun maßgeblich von der Fähigkeit von Michael Olise ab, das Spiel aus dem Zentrum heraus zu lenken. Ein Umbruch, der die WM 2026 in ein unberechenbares Spektakel verwandeln könnte.
