Olazábal: mehr als nur grüne jacken – der geist des golfspielers lebt weiter
José María Olazábal, eine Legende des Golfsports, kehrt nach Augusta zurück. Doch für viele ist er mehr als nur ein zweifacher Masters-Champion von 1994 und 1999. Seine wahre Größe liegt in der unerschütterlichen Integrität und der Hingabe, die er dem Spiel entgegenbringt – ein Vermächtnis, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Der 60-jährige genießt den charme von augusta national
Mit 60 Jahren könnte man sich zurücklehnen und die Erinnerungen Revue passieren lassen. Doch Olazábal spürt noch immer den Reiz des Augusta National. „Es weckt immer gute Erinnerungen. Es ist sehr besonders für mein Herz“, gesteht er. Sein Ziel ist es, den Cut zu schaffen, so wie es bereits Jack Nicklaus, Tommy Aaron, Bernhard Langer und Fred Couples vor ihm getan haben – letzterer ist mit 66 Jahren einer der ältesten Teilnehmer dieses Jahr.
Was aber wirklich auffällt, ist Olazábal’s unermüdlicher Trainingsfleiß. Seit Jahrzehnten ist er eine Konstante auf den Übungsplätzen. Am Montagmorgen war er einer von nur vier Golfern, die mehr als 200 Schläge austeilten – nur Potgieter (249) und Harman (225), beide in dringender Notwendigkeit der Vorbereitung, übertrafen ihn (215). Ein Verhalten, das ihn dem legendären Seve Ballesteros und Tiger Woods annähert, die einst von ihm die Geheimnisse des Augusta National erlahrten.

Die alte schule schlägt durch – ehrgeiz trotz fortgeschrittenem alter
Olazábal schöpft seine Kraft aus der Tradition. Er trainiert nach den Prinzipien, die ihm von den Besten beigebracht wurden. Im letzten Champions Tour Turnier belegte er den 14. Platz, ein Beweis für seine anhaltende Fitness. Er scheut sich nicht, lange Eisen und sogar Hölzer Nummer 7 einzusetzen, um die Distanz zu überwinden, die ihn im Vergleich zu jüngeren Spielern zu beeinträchtigen scheint. „Das 5. und 11. Loch sind für mich eine besondere Herausforderung“, räumt er ein.
Seine Erfahrung lehrt ihn jedoch Geduld. „Je öfter man diesen Kurs spielt, desto besser wird man“, erklärt er und erinnert daran, dass Augusta National ein „Spiel des Gesamtkunstwerks“ erfordert: präzise Abschläge, feine Annäherungsstöße und ein herausragendes Short Game. Das Wissen um die Feinheiten des Grüns, das Ergebnis jahrelanger Erfahrung, ist unbezahlbar. Er hat den Kurs so oft gespielt, dass er ihn förmlich im Blut hat.
Am kommenden Donnerstag wird er seine 113. Runde auf dem Feld bestreiten, das für jeden Golfer zum Traumziel geworden ist. Er absolvierte mehr Schläge als Scheffler, Rahm, Fleetwood und García zusammen – ein Zeugnis für seine unbändige Leidenschaft und Hingabe zum Spiel. Olazábal ist nicht nur ein Champion, sondern ein lebendes Denkmal für die Werte, die den Golfsport so besonders machen.
