Okoye pariert udinese: der niederländer verweigert atalanta den torjubel
Maduka Okoye war Samstagnacht der Drahtzieher im Friaul: Sechs Parade-Paraden, ein gehaltener Elfmeter und die 2:0-Sensation des Tabellen-Vorletzten gegen Atalanta. Nur drei Gäste überstanden die Bahnhofstraße von Genua mit einer Note besser als 5 – das sagt alles über die Verunsicherung der Gasperini-Truppe aus.
Den zapfchen-keeper traf kein blatt
Der 23-jährige Niederländer, im Winter aus Watford zurückgeholt, stand 94 Minuten lang wie ein Betonklotz zwischen den Pfosten. Zapata, Lookman, Højlund – sie alle versenkten ihre Köpfe schon im Strafraum, weil Okoye den Ball vorher wegzauberte. Die Gäste erzielten zwar 17 Torschüsse, doch nur zwei landeten auf dem Tor. Die xG-Tafel zeigte 1,9 für Atalanta, am Ende stand eine Null.
Die Statistik, die Gasperini am meisten schmerzt: Udinese hatte 38 % Ballbesitz, lief 7 Kilometer weniger – und gewann trotzdem. Die Tore fielen nach Kontern, bei denen Pereyra und Lovric die halbe Abwehrreihe mit zwei Kontakten abservierten. Atalantas Noten-Desaster: Muriel, Ederson und Zappacosta kassierten eine 6, weil sie sich in der finalen Drittel-Aktion anstatt anzugreifen lieber die Flanke zerstampften.

Was die tabellen bedeuten
Mit diesem Dreier springt Udinese auf Rang 13 und hat plötzlich vier Punkte Vorsprung auf den Strich. Atalanta verpasst dagegen die Chance, auf Champions-League-Kurs zu gehen; sie bleibt Fünfter, hat aber nur noch zwei Spiele Vorsprung auf Lazio, das am Sonntag nachlegt. Die Europa-League-Träume der Bergamaschi bekommen einen Riss – und sie wissen, dass sie in den letzten acht Spielen nur zweimal gewonnen haben.
Okoye selbst war nach Abpfiff fast sprachlos: „Wir haben die Woche auf dem Trainingsgelände nur ausgepowert, um genau diese Zweikämpfe zu gewinnen. Heute hat es geklappt.“ Für Udinese-Coach Andrea Sottil war es der erste Sieg gegen Gasperini nach fünf sieglosen Duellen – und der wohl wichtigste, um den Klassenerhalt schon vor dem letzten Spieltag zu besiegeln.
Atalanta muss nun nach Mailand reisen, wo der AC Milan wartet. Udinese hat dagegen das Nachbarschaftsduo gegen Empoli vor der Brust – und mit Okoye einen Schlussmann, der gerade die Form seines Lebens zeigt. Die Serie A hat einen neuen Torhüter-Helden, und der heißt nicht Donnarumma oder Szczęsny, sondern Maduka.
