Oftebros schlagen zu: rydzek kämpft sich auf platz fünf
Lahti hat gesprochen. Die Oftebro-Brüder haben den Weltcup der nordischen Kombinierer im finnischen Lahti von vorne bis hinten dominiert – und Johannes Rydzek durfte trotzdem strahlen. Nicht wegen eines Podestplatzes, sondern wegen einer Laufleistung, die den 34-Jährigen wieder einmal als einen der stärksten Langläufer des Feldes ausgewiesen hat.
Rydzeks aufholjagd läuft gegen eine wand aus norwegen
Der Allgäuer war nach dem Springen als Siebter mit 52 Sekunden Rückstand auf Johannes Lamparter in die Loipe gegangen. Nach 120 Metern in der Luft – ordentlich, aber nicht überragend. Was dann folgte, war klassischer Rydzek: Schritt für Schritt, Sekunde für Sekunde. Nach der Hälfte der zehn Kilometer hatte er den Rückstand auf die Spitze auf gerade noch 20 Sekunden halbiert. Das Podest schien greifbar.
Dann zog Jens Luras Oftebro das Tempo an. Und damit war die Geschichte für Rydzek erzählt. Der Norweger ließ keine Lücke, kein Zögern, keinen Moment der Schwäche. Bei rund zwei Kilometern vor dem Ziel setzte er an der Steigung den entscheidenden Angriff an – und der Wettkampf war entschieden. Sein Bruder Einar Luras Oftebro folgte mit 3,3 Sekunden Rückstand, Lamparter wurde Vierter, und Rydzek blieb mit 38,6 Sekunden Rückstand auf Rang fünf hängen. Bitter, aber ehrlich verdient.

Geiger glänzt, schmid stürzt ab
Was viele übersehen haben: Vinzenz Geiger hat in Lahti einen bemerkenswerten Tag gezeigt. Der Olympia-Pechvogel war als 18. mit über eineinhalb Minuten Rückstand in die Loipe gestartet und lief sich am Ende auf Platz acht vor – das stärkste Laufergebnis im deutschen Team an diesem Tag. Kein Spektakel, keine große Geste. Einfach Arbeit.
Ganz anders Julian Schmid. Der 26-Jährige, der sich im Gesamtweltcup auf einem starken vierten Rang befunden hatte, sprang nur 114 Meter – ein Absturz mitten unter den Topathleten. Zwei Minuten Rückstand beim Start in die Loipe, Platz 17 am Ende. Vor dem Saisonfinale in Oslo am 15. März hat er seinen vierten Gesamtrang verloren. Das schmerzt.

Thannheimer verlässt lahti im krankenwagen
Der dunkelste Moment des Tages gehörte Wendelin Thannheimer. Beim Springen verdrehte sich der deutsche Kombinierer das Knie bei der Landung, blieb zunächst liegen und humpelte dann von der Schanze. Am Langlauf war er nicht mehr beteiligt – stattdessen folgte die Fahrt ins Krankenhaus. Ob er beim Saisonfinale in Oslo dabei sein wird, steht in den Sternen.

Lamparter hat den gesamtweltcup längst in der tasche
Für Johannes Lamparter war Lahti trotz Platz vier ein Festtag. Der Österreicher hat den Sieg im Gesamtweltcup bereits vor dem letzten Rennen in Oslo gesichert – eine Dominanz, die diese Saison geprägt hat wie kaum etwas anderes. Ilkka Herola durfte sich als Dritter über einen weiteren Podestplatz bei seinem Heimspiel freuen, vielleicht in seiner letzten Saison auf diesem Niveau.
Die Oftebros fliegen nach Hause mit einem Doppelsieg im Gepäck. Rydzek fährt mit dem Bewusstsein, dass seine Beine noch immer mithalten können, wenn es darauf ankommt. Und Thannheimer hofft in einem finnischen Krankenhaus, dass Oslo noch nicht abgeschrieben ist.
