Lesser zockt peiffer und schempp an: gold-staffel von 2014 sprintet noch einmal

Die Chiemgau-Arena bebt. Nicht vom Wind, sondern vom Gelächter. Erik Lesser hat seine beiden Kumpane Simon Schempp und Arnd Peiffer ausgetrickst, damit sie mit ihm am Sonntag im Deutschland-Pokal als Dreierstaffel antreten. Die Masche: Jedem einzeln erzählt, der andere hätte bereits zugesagt. Ergebnis: Beide sagten zu – und merkten erst im Podcast Das Biathlon-Doppelzimmer, dass sie hereingelegt wurden.

Die list im südtirol-haus

Peiffer lacht heute, kann aber noch immer nicht fassen, wie geschickt Lesser ihn manipulierte. „Ich habe noch ein Hühnchen mit dir zu rupfen“, sagt er und meint es halb im Scherz. Lesser hingegen gibt offen zu: „Ich kenne Arnd. Er braucht den kleinen Funke. Und der Funke war Simon Schempp.“ So sehr, dass Peiffer nicht einmal nachfragte, sondern direkt einwilligte. Eine List, die nun für ein Wiedersehen der Gold-Staffel von Sotschi 2014 sorgt – allerdings ohne Daniel Böhm, der diesmal nur zusieht.

Franziska Preuß, frisch zurückgetreten und ARD-Expertin, kommentiert trocken: „Simon hat tatsächlich wieder geschossen. Er war selbst überrascht, wie gut es klappte.“ Doch sie warnt: „3,5 Kilogramm Gewehr über 7,5 Kilometer sind kein Spaß. Das spürt jeder, der mal drei Jahre Pause hatte.“

Warum das rennen heute mehr ist als show

Warum das rennen heute mehr ist als show

Hinter dem Spaß steckt ein ernstes Anliegen. Seit der nachträgliche Goldregen für Sotschi Anfang Februar durch das IOC ist das Trio wieder gefragt. Die Medaillen kommen zwölf Jahre zu spät, doch der DSV nutzt die Aufmerksamkeit, um mit Deutschland-Pokal und Masters-Staffel neue Zuschauergruppen anzusprechen. Der Verband braucht Heldengeschichten – und bekommt sie geliefert. Auch wenn es nur ein Hobbyrennen ist: Für viele Fans ist das die letzte Chance, ihre Idole noch einmal mit Zughaken und Visier zu sehen.

Start ist um 11:30 Uhr in Ruhpolding. Neben Lesser, Peiffer und Schempp geht auch eine bayerische Masters-Staffel an den Start, angeführt von Ex-Weltcup-Läufer Matthias Dorfer. Doch alle Blicke richten sich auf die Gold-Truppe von 2014. Peiffer wird zwischendurch vermutlich wieder lachen und Lesser mit einem Seitenhieb bedenken. Denn am Ende bleibt eine Erkenntnis: Gerechtigkeit mag zwölf Jahre brauchen – aber List funktioniert sofort.