Ofc verspielt dfb-pokal-traum: fulda-lehnerz wirft kickers raus
Die Nerven waren blank, der Traum zerplatzt. Die Offenbacher Kickers verpassten im Elfmeterschießen den Einzug ins Hessenpokal-Finale – und damit die letzte Rettungsmöglichkeit, um die gebrauchte Saison doch noch mit einem DFB-Pokal-Startplatz zu versüßen.
Staude, borsum, mustafa: drei schüsse, drei albträume
Keanu Staude zuerst. Dann Jona Borsum. Zuletzt Valdrin Mustafa. Drei Profis, drei Fehlversuche, ein kollektiver Kater. Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz nutzte die Offenbacher Panade eiskalt aus, Sebastian Schmitt, Marius Grösch und Moritz Dittmann verwandelten sicher. 3:2 hieß es am Ende, nach 90 torlosen Minuten, in denen der OFC zwar spielbestimmend war, sich aber keine der zahlreichen Chancen zulegte.
Trainer Mark Zimmermann stand nach Abpfiff wie angewurzelt an der Seitenlinie. „Wir haben die Bälle reingemacht, aber nicht reingekriegt“, sagte er mit schwerer Stimme. Die Worte klangen wie ein Epitaph auf eine Saison, die bislang nur Negativrekorde liefert: Tabellenplatz 17 in der Regionalliga Südwest, nur zwei Siege aus den letzten zwölf Spielen, jetzt der Pokal-K.o. gegen einen Viertligisten.

Der dfb-pokal bleibt hessenweit offen – für alle
Mit dem Aus der Kickers rückt ein anderer Traum in den Fokus: der Aufstieg eines Underdogs. Am Mittwoch (19 Uhr) entscheidet sich im zweiten Halbfinale zwischen Germania Ober-Roden und dem SV Wehen Wiesbaden, wer Fulda-Lehnerz im Finale trifft. Sollte der Drittligist SVWW gewinnen und in der 3. Liga mindestens Vierter werden, rutscht der Final-Gegner der Osthessen sogar automatisch in den DFB-Pokal nach – ein Szenario, das die SG Barockstadt laut Kapitän Grösch „noch verrückter macht“.
Die Ober-Rodener wiederum haben schon bewiesen, dass sie Favoriten ärgern können. Im Viertelfinale schalteten sie den Regionallisten Hessen Kassel aus, nun winkt das größte Spiel der Clubgeschichte. Für Fulda-Lehnerz winkt indes die erste Pokal-Trophäe seit der Fusion 2014 – und ein Ticket für die große Bühne.
Die Kickers? Die müssen nun um den Klassenerhalt zittern. Ohne Pokal-Krönung, ohne Selbstvertrauen, aber mit der bitteren Erkenntnis: Ein Elfmeter kann eine Saison zerstören – und manchmal reichen drei.
