Ödegaard rettet norwegen in letzter sekunde: 1:1 gegen marokko
Ein einziger Moment, 75. Minute. Da wirft Martin Ödegaard den rechten Fuß, die Kugel fliegt flach am langen Pfosten vorbei, und eine ganze Nation atmet aus. Das 1:1 gegen Marokko im Testspiel von New New Jersey ist mehr als ein Remis – es ist ein Warnschuss vor der WM, dass diese Norweger nicht nur Haaland heißt.
Diaz blitzt, haaland schweigt
Real Madrids Brahim Diaz hatte die Nordafrikaner bereits in der achten Minute aus dem Nichts katapultiert. Ein halber Hektar Platz vor dem norwegischen Strafraum, drei Schritte, ein Schlenzer, flach ins Eck. Keeper Nyland sah nur den Nachschub. Für Norwegen war das die erste echte Prüfung, seit Solbakken gegen Schweden seine Superstars noch schonte. Diesmal stand Haaland von Beginn an, strahlte aber bis zur Pause nur Frust aus. Drei Abschlüsse, kein Treffer.
Julian Ryerson lieferte rechts Außen die Laufwege, Nusa kam später und zündete den Turbo, doch Marokkos Achraf Hakimi spielte jeden Ball wie ein iPhone in Flugmodus. Bis Ödegaard eintraf.

Coach ouahbi schont, solbakken rechnet
Marokkos Trainer Mohamed Ouahbi rotierte alle Feldspieler, setzte auf Breite statt Tiefe. Bilal El Khannouss und Ayoube Amaimouni-Echghouyab liefen erst in der 65. ein, als ob man sich noch einmal die Beine vertreten wolle. Norwegen dagegen spielte fast seine WM-Startelf durch. Die Botschaft: Wir sind bereit, auch wenn es einmal brenzlig wird.
Die Zahlen liefern den Rest: Norwegen trifft in Gruppe I auf Frankreich, Irak und Senegal – ein Parcours, bei dem jedes späte Tor zählt. Marokko darf sich in Gruppe C mit Brasilien, Haiti und Schottland messen. Eine Gruppe, in der Diaz’ Frühtreffer genauso gefährlich wirken kann wie Ödegaards Spätschuss.
Am Ende bleibt ein Fakt: Wer in der 75. Minute noch zündeln kann, der kann auch im Achtelfinale jubeln. Norwegen hat es vorgeführt. Marokko hat’s gespürt.
