Nyffeler zieht bilanz: 500 spiele, ein herz für rapperswil und ein blick nach vorn
Er steht seit elf Jahren zwischen den Pfosten der SC Rapperswil-Jona Lakers und hat die Rosenstadt längst zur Heimat erklärt: Melvin Nyffeler absolvierte kürzlich sein 500. Pflichtspiel für den Klub – eine Zahl, die in der National League selten ist und die ihn zum Identifikationsfigur der Lakers macht.
Doch der 33-Jährige blickt nicht zurück, sondern nach vorn. Die Play-ins gegen den EV Zug stehen an, und Nyffeler weiß: „Von all den qualifizierten Mannschaften sind wir auf dem Papier der grösste Underdog.“ Trotzdem sagt er mit der Gelassenheit eines Mannes, der schon viele Wellen mitgemacht hat: „Wir wollen eine Top-Performance liefern und haben die gleichen Chancen wie alle anderen.“
Die lange reise vom zürcher oberland an den zürichsee
Nyffeler stammt aus Volketswil, doch seit 2015 trägt er das Trikot der Lakers – und liebt es. „Ich bin sehr gerne in Rapperswil-Jona, und das wissen auch alle“, sagt er. Seine Kinder sind in der Rosenstadt aufgewachsen, seine Frau aus Zürich kann sich keinen Wegzug mehr vorstellen. Ein Umzug? „Das ist sicher“, sagt er und meint damit, dass Rapperswil-Jona sein Zuhause bleibt – auch nach der Karriere.
Der Torhüter erinnert sich gern an die Saison 2017/18, als die Lakers einen Erfolg nach dem nächsten feierten. „Das war sicherlich sehr schön“, sagt er. Doch auch die schwierigen Phasen haben ihn geprägt. „Ich sehe aber auch viel Positives aus den schwierigen Zeiten, in denen man sah, was den Verein ausmacht und was uns auszeichnet.“

Verletzungspech, leader-ausfall und die frage nach dem glück
Der Ausfall von Nico Dünner war ein Schock. „Er ist unser absoluter Leader“, sagt Nyffeler. „Wir können ihn nicht ersetzen, aber wir haben aus der Vergangenheit gelernt.“ Die Lakers haben sich in der Vergangenheit an enge Kader gewöhnt, an Verletzungen, an personelle Engpässe. „Die Mannschaft muss dann mehr zusammenrücken, und wir haben gezeigt, dass wir das können.“
Nach der Olympiapause drehten die Lakers auf: fünf Siege in sechs Spielen. Nyffeler sagt, es sei kein großer Plan gewesen, sondern einfach der richtige Zeitpunkt. „Wir haben das Glück erzwingen können und unser Powerplay verbessert.“

500 Spiele – und kein ende in sicht
Die 500-Spiele-Marke habe ihn überrascht, gesteht er. „Mir war das im Vorfeld gar nicht bewusst.“ Doch die Reaktionen zeigten ihm, wie viel er für den Verein bedeutet. „Ich bin aber noch lange nicht fertig und möchte am liebsten noch einmal 500 Spiele für den Verein absolvieren.“
Mit Ivars Punnenovs teilt er sich das Tor. „Ich glaube, dass sich das Eishockey verändert hat“, sagt Nyffeler. „Immer mehr Teams setzen auf ein Goalie-Duo.“ Er schätzt die Konkurrenz, schätzt den Kollegen. „Es ist ein Privileg, zwei gute Goalies zu haben.“
Am Samstag geht es los gegen Zug. Nyffeler wird bereitstehen, wie immer. „Ich konzentriere mich auf das Wesentliche – den Puck zu halten.“ Und dann? Dann will er weitermachen. In Rapperswil-Jona. Für die Lakers. Für die Fans. Für sich selbst.
