Nmechas wm-traum droht zu platzen – nagelsmann zittert um bvb-turbo
Felix Nmecha liegt mit Schmerzen auf der Trage, die WM 2026 schon in 72 Tagen. Julian Nagelsmann sieht das Bild, schluckt – und spricht trotzdem von Hoffnung. Die ist angesichts einer Außenbandverletzung im Knie ein bisschen wie ein Hail-Pass in der letzten Sekunde: möglich, aber kein Plan.
Der zeitplan wird zum gegner
Der Dortmunder Mittelfeldstratege musste bereits den Länderspiel-Start absagen, der Klub sprach von mehreren Wochen Pause. Gesetzt sind 42. Keine 14. „Dann ist nicht garantiert, dass er schmerzfrei ist“, sagt Nagelsmann vor dem Test gegen Ghana. Er sagt auch: „Es besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass er die WM nicht spielen kann.“ Ein Satz, der durch die Kabine geht wie ein kalter Luftzug.
Warum der Optimismus? Nmecha besitzt einen antibiotischen Körper, wie der Bundestrainer es nennt. Muskeln, die sich selbst reparieren, eine Laufmenge, die andere in Woche zwei erbrechen lässt. „Er kann vieles kompensieren“, sagt Nagelsmann. Die Ärzte nicken. Aber ein Band ist kein Muskel. Es reißt – und erinnert sich.

Ein ausfall wäre ein handfacher verlust
Sechs Länderspiele hat Nmecha, null Tore, aber unzählige diagonalen Vorstöße, die Joshua Kimmich entlasten. In Nagelsmanns 3-4-3 ist er der vertikale Ventilator, der die erste Pressing-Linie aufreißt und die Sechser-Position entlastet. Ohne ihn rückt Emre Can näher an die Start-Elf, Pascal Groß muss mehr defensive Metern laufen. Die taktische Blume verliert ein Blatt.
Der Bundestrainer will den endgültigen 26er-Kader erst am 6. Mai benennen. Bis dahin hat Nmecha genau 38 Tage. Die Physios lassen ihn bereits im Pool trainieren, das Knie trägt eine blaue Schiene, die aussieht wie ein Kampfhelm. „Er ist optimistisch. Ich auch. Die Ärzte auch“, sagt Nagelsmann. Drei Optimisten gegen ein Band – das klingt nach einem Spiel, das man lieber nicht live verfolgen will.
Die WM findet in den USA, Mexiko und Kanada statt. Nmecha würde dort nicht nur seine erste Weltmeisterschaft bestreiten, sondern auch seinen Marktwert nach oben schrauben. Ein Turnier ohne ihn? „Ein extremer Verlust für uns“, sagt Nagelsmann. Die Wahrheit: Es wäre auch ein Verlust für Nmecha selbst. Denn Knie heilt, Träume nicht immer.
