Nl-clubs wollen swiss league plattmachen: u23-plan spaltet den schweizer eishockey-betrieb

Die Playoffs laufen, die Fans toben – und hinter der Kulisse schmieden die Reichen den Ruin der Armen. National-League-Klubs wollen die Swiss League umbauen, vier Halbfinalisten schlagen sofort zurück.

Der plan: 24 teams, zwei gruppen, null tradition

Was Klaus Zaugg in watson enthüllt, klingt nach Science-Fiction: Die NL-Vereine wollen ihre U21-Mannschaften zu U23-Teams aufrüsten und gemeinsam mit den aktuellen Swiss-League-Clubs eine neue 24er-Hybridliga formieren. Ost- und Westgruppe, Nachwuchs gegen Profis – der Betrieb kostet nichts, verspricht dafür aber Fernsehgeld für alle. Die Rechnung geht nur auf, wenn die bestehende Swiss League dafür ihre Identität versenkt.

Die Antwort folgt am selben Tag. HC La Chaux-de-Fonds, EHC Olten, EHC Visp und HC Sierre – alle vier stehen in den Halbfinals – veröffentlichen ein gemeinsames Papier. „Eine Integration von U23-Teams in die Swiss League ist für die Clubs keine Option“, heißt es dort. Kein „wir prüfen“, kein „vielleicht später“. Ein Nein, laut und klar.

Kein profit, keine perspektive – und jetzt auch keine ruhe

Kein profit, keine perspektive – und jetzt auch keine ruhe

Die Swiss League kämpft seit Jahren ums Überleben. Seit die National League auf zwölf Klubs erweitert wurde, sind Ticketeinnahmen und TV-Präsenz geschrumpft. Die Liga beansprucht den Profistatus, kann ihn finanziell aber nicht halten. Jetzt kommen jene, die ohnehin das meiste Geld und die größten Hallen besitzen, und wollen den kleinen Bruder zur Umkleide schicken.

Die NL verspricht mehr Transparenz, mehr Talente, mehr Attraktivität. Was sie nicht erwähnt: Die Swiss-League-Vereine müssten ihre Budgets halbieren, weil sie künftig gegen Junioren antreten, die von den NL-Klubs bezahlt werden. Ein Lohnkämpfer aus Olten kann nicht gegen ein Bank-Praktikum von Davos bestehen.

Die vier Revoluzzer haben jetzt andere Sorgen. In den Kabinen brennt trotzdem schon das nächste Feuer. Denn wenn die Playoffs vorbei sind, steht die Frage im Raum: Wer rettet die Swiss League, wenn nicht ihre eigenen Klubs? Die Antwort wird nicht in einer Power-Point präsentiert, sondern auf den Zuschauerrängen entschieden. Ohne die kleinen Hallen in Olten, Visp oder Sierre verliert der Schweizer Eishockey-Betrieb seine Seele – und das ist kein Format, das sich in Excel abbilden lässt.