Iran droht wm-ausschluss – trump vs. fifa und iraks bus-gang nach mexiko

Die WM-Ticketfrage wird zur geopolitischen Pokerrunde: Während der Iran von Donald Trump öffentlich an den Pranger gestellt wird, plant der Irak eine 2.000-Kilometer-Bus-Odyssee, um überhaupt sein Play-off in Monterrey zu erreichen. Die FIFA schweigt – und die Uhren ticken.

Trump fordert irans aus, die fifa antwortet mit schweigen

Der frisch wiedergewählte US-Präsident schoss am Sonntag auf Truth Social: „Iranische Spieler riskieren ihr Leben, wenn sie nach Mexiko kommen. Die USA werden Sicherheit garantieren – ohne die Perser.“ Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten. Mehdi Taj, Präsident des iranischen Verbandes: „Qualifikation erfolgt auf dem Platz, nicht im Oval Office. Ausschlüsse liegen einzig bei der FIFA.“ Paragraph 6.5 des WM-Reglements bestätigt ihm Recht: „Ein Ausschluss erfolgt exklusiv durch den FIFA-Rat.“

Die FIFA-Zentrale in Zürich hält sich bedeckt. Interne Protokolle, die TSV Pelkum vorliegen, empfehlen eine „asiatische Nachrücker-Lösung“, um Kontinentsquoten nicht zu sprengen. Favoriten: die VAE (Gruppen-Dritter hinter Iran und Usbekistan) oder der Irak – sofern dieser sich nicht bereits selbst über die interkontinentalen Play-offs qualifiziert.

Iraks reise ins niemandsland – 45 stunden bus ohne luftwaffe

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Genau hier beginnt das nächste Drama. Wegen alliierter Luftangriffen auf iranische Stellungen ist der irakische Luftraum für zivile Maschinen gesperrt. Die Folge: Nationaltrainer Graham Arnold und sein Team müssen per Bus von Bagdad nach Amman brausen – 900 Wüstenkilometer, 13 Stunden, militärische Eskorte inklusive. Von Jordanien aus ein Sonderflug nach Mexiko-Stadt, elf Tage vor dem Play-off-Final gegen Bolivien bzw. Suriname.

Die Alternative war noch absurder: eine Landroute über Istanbul, mehr als 3.000 Kilometer, zwei Grenzumgehungen, fünf Tage Fahrzeit. Der Verband entschied sich für das kleinere Risiko – trotz akuter Verletzungsgefahr durch stundenlanges Sitzen auf glorifizierten Schulbussen ohne Massagegeräte.

Italia schaut zu – und bleibt draußen

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Für Fans, die auf einen historischen Ersatz Italiens hoffen, gibt es eine klare Absage. Artikel 6.7 schließt europäische Nachrücker aus, wenn keine eigene Play-off-Qualifikation vorliegt. Die Azzurri verpassten die K.o.-Runde bereits im Oktober – damit ist der Traum vom schnellen Comeback endgültig gestorben.

Die FIFA wird voraussichtlich am 2. April im Rahmen des Council-Meetings entscheiden. Bis dahin bleibt die Gruppe G eine 47-Mann-Truppe, ein Ticket in der Schwebe und ein Bus voller irakischer Profis irgendwo zwischen Amman und dem nächsten Flugzeug. Die sportliche Welt blickt auf Mexiko – und wartet darauf, dass endlich wieder Fußball im Mittelpunkt steht.