Nils-ole book landet im bvb-haifischbecken – sammer schwärmt von "fantastischer idee"

Mit Wucht wechselt der Shootingstar der Liga-Organisation ins große Revier: Nils-Ole Book tritt am Mittwoch offiziell die Nachfolge von Sebastian Kehl als Sportdirektor bei Borussia Dortmund an – und schon jetzt schickt Berater-Legende Matthias Sammer Fanfaren in den Himmel. „Fantastische Idee. Mutig. Analytisch. Und sie wird belohnt werden“, jubelt der 58-Jährige, der den Klub auf die Personalie angesprochen hatte.

Warum kehl gehen musste und book jetzt den zündfunken liefern soll

Die Trennung vom bisherigen Leiter der Profiabteilung war laut Sammer „stilvoll und mit Haltung“ über die Bühne gegangen – aber eben auch unausweichlich. „Beide Seiten haben sich zuletzt abgearbeitet, statt gemeinsam nach vorne zu blicken“, beschreibt er die interne Erosion. Für Kehl bedeutet das Aus erst einmal Durchatmen, für den BVB die Chance auf einen Neustart.

Den hat der Verein offenbar in der saarländischen Provinz entdeckt. Book führte Aufsteiger SV Elversberg auf Anhieb in die obere Tabellenhälfte der 2. Bundesliga, hinterließ taktische Handschrift, knallharte Verhandlungslinie – und das bei einem Etat, für den andere nicht einmal Winter-Camp finanzieren. Sammer schwärmt von einer „Qualität, die man nicht lernen kann“, und meint damit die Fähigkeit, Talente zu entwickeln, statt nur zu kaufen.

Die erfolgsmaschine soll wieder anlaufen – titel versprochen

Die erfolgsmaschine soll wieder anlaufen – titel versprochen

Bisher hält Book keine Trophäe in den Händen. Doch Sammer prophezeit, dass sich das „bald mit uns“ ändern wird. Eine kühle Ansage, wo doch die laufende Saison längst zum Albtraum verkommen ist: Pokal-Aus, Champions-League-Aus, neun Punkte Rückstand auf die Bayern. Die Luft im Südtribünen-Juwel ist dünn geworden.

Book bekommt dennoch einen Freibrief, weil seine Kernaufgabe ohnehin der Sommer sein wird. Dann tickt die nächste Transfer-Uhr, dann entscheidet sich, ob Dortmund wieder angreift oder zur Talent-Farm der Liga verkommt. Mit Blick auf die Scouts sagt Sammer nur: „Er versteht es, Netzwerke zu aktivieren.“ Gemeint ist: Er pumpt Daten, schlägt zu, bevor der Markt es tut. Genau das haben die Schwarz-Gelben zuletzt vermissen lassen.

Die Fans dürften sich trotzdem gedulden müssen. Kein Pokal-Traum mehr in dieser Spielzeit, keine Meister-Party mehr 2024. Aber wenn Books Ideen greifen, könnte der BVB schon im nächsten Jahr wieder jene Dichte entwickeln, die Gegner nervös macht. Sammer ist sich sicher: „Der Schritt ist groß, aber Nils-Ole ist längst kein Rookie mehr.“ Und im Revier gilt: Wer mutig auftaucht, darf auch mal den Haifischen trotzen.