Nika prevc schreibt geschichte: die 20-jährige krönt sich in lahti zur königin des skisprungs
Lahti – Ein Name dominiert die Szene: Nika Prevc. Die Slowenin hat in Finnland ihren dritten Gesamtweltcup in Serie geholt – ein Kunststück, das zuletzt nur Maren Lundby und Adam Małysz gelang. 17 Saisonsiege, zwei Flüge über 120 Meter, 14,2 Punkte Vorsprung. Fertig.
Die große kristallkugel ist nur noch formsache
Die 20-Jährige landete beim Springen von der Großschanze auf 124,5 und 128,5 Meter. Anna Odine Stroem kam mit 121,5 und 123 Meter nicht heran. Nozomi Maruyama schaffte 102,5 und 123,5 Meter – es reichte für Rang drei. Die Konkurrenz schaut zu, staunt, kassiert. Rekordjägerin Sara Takanashi hält mit vier Kristallkugeln weiterhin die Bestmarke, doch Prevc jagt bereits die nächste.
Selina Freitag war als Sechste beste Deutsche. 116,5 und 118,5 Meter bedeuten für die 24-Jährige einen kleinen Befreiungsschlag nach der Olympia-Enttäuschung. „Es geht etwas leichter“, sagte sie in der ARD – ein Satz, der mehr aussagt als jede Statistik. Agnes Reisch (17.), Juliane Seyfarth (19.) und Katharina Schmid (25.) blieben unter ihren Möglichkeiten. Schmid, 29, beendet nach dieser Saison ihre Karriere. „Beim Springen macht es gerade keinen Spaß mehr“, sagte sie. Die Abschiedstournee wird zur Geduldsprobe.

Deutsches lager zwischen respekt und selbstzweifel
Heinz Kuttin, Bundestrainer der Frauen, verneigt sich: „Man muss ihr gratulieren.“ Auch ZDF-Experte Sven Hannawald ist beeindruckt: „Sie ist so konstant, es sieht einfach einfach aus.“ Die Worte klingen wie ein Spiegel der deutschen Realität: Prevc springt, Deutschland schaut. Die große Kugel ist vergeben, der Rest der Saison wird zur Ehrensache. Anna Hollandt wurde 28., doch das zählt kaum. Die Zukunft beginnt woanders – und sie trägt slowenische Farben.
In Lahti wurde nicht nur ein Weltcup entschieden, sondern eine Ära besiegelt. Nika Prevc ist längst mehr als eine Springerin: Sie ist das Maß aller Dinge. Die Konkurrenz muss sich neue Ziele setzen – oder weiterhin staunen.
