Niederlande dominieren sprint-wm – deutscher verband im kreuzfeuer
Heerenveen, das legendäre Thialf-Eisstadion, gehört wieder den Niederländern. Knapp zwei Wochen nach den Olympischen Winterspielen in Mailand haben die Oranje-Stars ihre Form nahtlos in die Sprint-WM übertragen – und die Konkurrenz schaut von weit hinten zu.
Femke kok und jenning de boo setzen das tempo
Femke Kok führt bei den Frauen nach dem ersten WM-Tag mit 73,220 Punkten. Die 500-m-Olympiasiegerin lief ihre Strecke in 36,67 Sekunden, die 1000 m in 1:13,10 Minuten – beides souverän, beides an der Spitze. Hinter ihr folgen ihre Landsfrauen Suzanne Schulting (74,395) und Marrit Fledderus (75,080). Ein niederländisches Podium, das sich anfühlt wie eine Selbstverständlichkeit. Nur eine fehlte: Jutta Leerdam stand nicht auf dem Eis.
Bei den Männern war das Bild noch klarer. Jenning De Boo, 22 Jahre alt und in Mailand zweifacher Silbermedaillengewinner, gewann beide Distanzen – 33,78 Sekunden über 500 m, 1:06,52 über 1000 m – und führt das Gesamtklassement mit 67,040 Punkten an. Doppel-Olympiasieger Jordan Stolz aus den USA liegt mit 67,700 Punkten auf Rang zwei, der chinesische 1500-m-Olympiasieger Ning Zhongyan komplettiert mit 68,165 Punkten die Spitzengruppe.

Deutsche starter: solide, aber weit vom podium entfernt
Die deutschen Ergebnisse bewegen sich im erwartbaren Rahmen. Anna Ostlender belegt mit 77,270 Punkten Rang zwölf und hat rechnerisch noch Chancen auf eine Top-10-Platzierung. Katja Franzen hingegen liegt mit 80,130 Punkten auf dem letzten Platz – Rang 27. Bei den Männern kommt Hendrik Dombek auf Platz 19 (70,160 Punkte), Moritz Klein folgt auf Rang 21 (70,400). Die Sprint-WM endet am Freitag, die Allround-WM schließt das Olympia-Wochenende am Samstag und Sonntag in Heerenveen ab.

Maly verzichtet – und stellt den verband bloß
Was sportlich noch glimpflich wirkt, hat einen bitteren Beigeschmack. Felix Maly, einer der zwei bestplatzierten deutschen Langstrecken-Eisschnellläufer im Weltcup, verzichtet aus Solidarität auf seinen WM-Start. Der Grund: sein Teamkollege Fridtjof Petzold wurde vom Deutschen Eisschnelllauf-Verband mit einem vorläufigen Startverbot belegt und sein Bundeskaderstatus ausgesetzt – nachdem Petzold während der Olympischen Spiele öffentlich Kritik an der Athletenbetreuung und -förderung geübt hatte.
Maly ließ in seiner Erklärung keine Zweideutigkeit zu: Als Leistungssportler sei er auf „faire, transparente und verlässliche Rahmenbedingungen
