Neuseeland gegen ägypten: schiedsrichter-innovationen auf dem prüfstand

Ein Testspiel, das mehr war als nur ein Freundschaftskampf: Neuseeland gegen Ägypten offenbarte am gestrigen Tag die neuen Regeln und Interpretationen der IFAB, die das Fußballgeschehen in Zukunft verändern könnten. Fabio Licari war vor Ort und beobachtete die Umsetzung, die nicht immer fehlerfrei verlief.

Der schiedsrichter im fokus: ungereimtheiten und versehen

Schiedsrichter Alali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte einen turbulenten Abend. Ein Foulspiel von Singh gegen einen ägyptischen Spieler im ersten Durchgang wurde zwar geahndet, doch das Spiel wurde nicht sofort unterbrochen, sodass die Egpytianer den Ball bereits wieder im Spiel hatten. Alali musste nachträglich eingreifen, um die Situation zu korrigieren. Auch bei der vorgeschriebenen Trinkpause gab es Verwirrungen: Salah erzielte sein Tor nur Sekunden vor der Pause, die aufgrund eines möglichen Fouls von Old durch den VAR überprüft wurde. Das Ergebnis: Die Trinkpause wurde vergessen und erst kurz vor dem nächsten Tor eingeführt – fast fünf Minuten zu spät. Besser spät als nie, mag man sagen.

Var-eingriff bei eckbällen: eine neue ära beginnt

Var-eingriff bei eckbällen: eine neue ära beginnt

Ein weiteres Novum: Die Überprüfung von Eckbällen durch den VAR. Nach einem Einwurf der Egpytianer und einem Kopfballversuch von Zico, der am Tor vorbeiging, reklamierte dieser einen Eckball. Der Schiedsrichter entsprach zunächst, doch der VAR griff ein und korrigierte die Entscheidung: Der letzte Kontakt war von Zico, somit gab es keinen Eckball, sondern einen Einwurf vom Grund. Wir dürfen uns auf vermehrtes VAR-Eingreifen bei dieser Entscheidungsvariablen einstellen.

Eine minute pause: die neue regel im praxistest

Eine minute pause: die neue regel im praxistest

Um Zeitspiel zu unterbinden, wurde eine neue Regel eingeführt: Spieler, die sich verletzen, müssen für eine Minute vom Feld verschwinden. Nach einem Foul an Abdelmaguid, das mit einer blutigen Wunde endete, wurde der Spieler behandelt und musste anschließend für eine Minute aussetzen. Ein Fifa-Arzt war vor Ort, um den Gesundheitszustand des Spielers zu überprüfen und sicherzustellen, dass er fit für die Fortsetzung des Spiels ist.

Der sechste wechsel: eine ausnahme, die zählt

Der sechste wechsel: eine ausnahme, die zählt

Die Situation wurde noch komplexer, als Abdelmaguid aufgrund eines möglichen Schädelbruchs nicht wieder ins Spiel zurückkehren durfte. Dank eines von der Fifa vor fünf Jahren eingeführten Protokolls, das bei Kopfverletzungen greift, konnte Ägypten einen sechsten Wechsel durchführen. Eine Regel, die in der spanischen Liga bereits Anwendung findet, in der Serie A jedoch auf breite Ablehnung gestoßen ist. So betrat Abdelmoneim das Feld, während Abdelmaguid mit einem Eisbeutel auf der Wange auf der Bank Platz nehmen musste.

Die Partie bot somit einen aufschlussreichen Einblick in die Zukunft des Fußballs und die neuen Herausforderungen für Schiedsrichter und Teams gleichermaßen. Die Umsetzung der Regeln war nicht immer perfekt, doch die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, ist begrüßenswert.