Neuner: vom biathlon-star zur gefragten persönlichkeit
Magdalena Neuner, einst eine der dominantesten Biathlon-Athletinnen der Welt, lässt sich auch nach ihrem Rücktritt nicht auf ein ruhiges Leben ein. Während viele Sportler nach dem Karriereende in der Anonymität verschwinden, erlebt Neuner eine zweite Blütezeit – als gefragte Rednerin, Unternehmerin und Mutter.
Die unerwartete nachfrage nach ihrer stimme
Wer hätte gedacht, dass die Karriere von Magdalena Neuner, die 2012 abrupt endete, 14 Jahre später noch immer so gefragt sein würde? „Es ist immer wieder komisch, wenn man seine eigene Stimme hört“, gesteht die ehemalige Rekordweltmeisterin. Sieben Werbepartner hält sie noch immer, ein deutliches Zeichen ihrer Popularität. Die Dimensionen, die sie erreichte, sind beispiellos für eine deutsche Sportlerin seit Steffi Graf und Franziska van Almsick.
Doch ihre Erfolge auf der Loipe – elf Weltmeistertitel, zwei Olympia-Golds, 34 Weltcupsiege – sind nicht der einzige Grund für ihre anhaltende Beliebtheit. Ihre natürliche Art, ihre herzliche Ausstrahlung und der Mut, ihre Meinung zu sagen, haben Neuner zu einer vielseitigen Persönlichkeit gemacht. „Ich habe es irgendwie geschafft, dass die Leute mich nicht mehr nur als Sportlerin sehen, sondern auch als Mensch“, erklärt sie.

Mehr als nur biathlon: resilienz und erfolg
Diese Wahrnehmung öffnet ihr Türen zu Podiumsdiskussionen über Themen wie Erfolg und Umgang mit Niederlagen, sowie zur Jury des Vordenker-Forums. „Das freut mich sehr, weil ich mich nie nur über den Sport definieren wollte.“ Bereits mit 25 Jahren beendete Neuner ihre Karriere, ein mutiger Schritt, der sich als weitsichtig erwiesen hat. Neben dem Wunsch nach mehr Privatsphäre spielte auch der Umstand eine Rolle, dass sie bereits alles gewonnen hatte, was es im Biathlon zu gewinnen gab.

Ein außergewöhnliches talent, frühzeitig entdeckt
Schon als Kind zeigte Neuner ihr außergewöhnliches Talent für den Sport. Mit vier Jahren begann sie mit dem Alpinski, wechselte dann zum Langlauf und fand schließlich ihr Glück im Biathlon. „Das Schießen hat mich sofort gepackt“, erinnert sie sich. Mit elf Jahren schaute sie die Olympischen Spiele in Nagano und träumte davon, selbst auf dem Podest zu stehen.
Ihr Durchbruch kam 2007 bei der WM in Antholz, wo sie dreimal Gold gewann. Doch der Erfolg hatte auch seine Schattenseiten. Die öffentliche Aufmerksamkeit wuchs, die Privatsphäre schwand. „Ich wurde überfordert von den Interviews, den Fotoshootings und dem ständigen Trubel“, erzählt Neuner. Sie lernte, mit einem Mentaltrainer umzugehen, der ihr half, mit dem Druck umzugehen und ihre innere Stärke zu finden. „Ich habe Werkzeuge bekommen, die mich im Kopf stärker gemacht haben“, so Neuner.

Familie, vorträge und die zukunft
Heute lebt Magdalena Neuner mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Wallgau. Ihr Wecker klingelt um halb sechs, und der Tag beginnt mit dem Trubel einer Familie. Neben der Familie engagiert sie sich als Vortragsrednerin und teilt ihre Erfahrungen zu Themen wie Resilienz und Stressmanagement. Als Gründungsmitglied der „Peak Performer Stiftung“ möchte sie Kindern zeigen, wie wichtig es ist, im Leben eigene Ziele zu verfolgen und Rückschläge zu überwinden. <Neuner hat bewiesen, dass der Weg nach dem sportlichen Erfolg vielfältig sein kann – und dass wahre Stärke darin liegt, sich immer wieder neu zu erfinden.
