Neues wm-format: dfb warnt vor fehleinschätzungen!

Chicago – Die Fußballwelt hält den Atem an, und vor dem WM-Start in den USA gibt DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Marschrichtung des Verbands klar vor: Konzentration auf den Sport, aber ohne Zensur. Ein Statement, das angesichts der politischen Brisanz in der Vergangenheit für Erleichterung sorgt – und gleichzeitig eine Mahnung ist, keinen Gegner zu unterschätzen.

Kimmich als gesprächspartner, politik im hintergrund

Neuendorf betonte bei einer Pressekonferenz in Chicago, kurz vor dem Testspiel gegen die USA, dass es keinen „Maulkorb“ für die Spieler gebe. „Wenn ein Spieler das Bedürfnis hat, sich zu äußern, ist das möglich“, so der DFB-Chef. Dennoch stehe der Fokus klar auf dem sportlichen Erfolg: „Die Spieler wollen gewinnen und die Fans begeistern.“ Um die sensiblen Themen im Griff zu behalten, habe er eine Vereinbarung mit Kapitän Joshua Kimmich getroffen: „Ich führe die politischen Gespräche im Hintergrund, und wenn die Spieler etwas ansprechen möchten, stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.“

Die Erinnerung an die WM in Katar und die umstrittene „One Love“-Binde ist noch frisch. Neuendorf sprach von einer „überhitzten“ Lage, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den Medien. „Wir haben nicht auf jedes Thema reagiert, um uns nicht zu überfordern.“ Ein kluger Schachzug, der sich offenbar ausgezahlt hat, denn die Gemüter sind inzwischen deutlich ruhiger.

Doch es gibt einen Detail, den viele übersehen: Die Sicherheitsvorkehrungen sind seit Monaten im Fokus. Der DFB steht in engem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und den Konsulaten in den USA. „Wir haben 60.000 Anfragen allein für die deutschen Spiele – trotz der hohen Preise. Die Sicherheit unserer Fans hat oberste Priorität.“

Personalsorgen und neue konkurrenz

Personalsorgen und neue konkurrenz

Sportlich gesehen muss der DFB den Ausfall von Jungstar Lennart Karl kompensieren. „Wir dürfen nicht tagelang nachtrauern. Es ist ein Verlust, aber der Blick muss nach vorne gehen“, forderte Neuendorf. Jeder Spieler solle in seinem Namen auf das Feld gehen und alles geben.

Der Testspielerfolg der Elfenbeinküste gegen Vizeweltmeister Frankreich (2:1) hat die DFB-Elf gewarnt. Neuendorf sprach von einem „geschärften Fokus“. „Alle, die von einer leichten Gruppe gesprochen haben, müssen sich jetzt korrigieren. Ecuador und die Elfenbeinküste sind ernstzunehmende Gegner. Das Turnier wird hart.“

Die Vorzeichen sind also klar: Die deutsche Nationalmannschaft muss sich gegen eine starke Konkurrenz behaupten und gleichzeitig mit politischen Sensibilitäten umgehen. Ein Balanceakt, der von der Führung des DFB und den Spielern gleichermaßen gefordert wird.

Denn eines ist gewiss: Wer die WM gewinnen will, muss nicht nur über sportliche Klasse verfügen, sondern auch über die Fähigkeit, mit Druck und Erwartungen umzugehen. Und die Zeichen stehen auf ein spannendes Turnier.