Neuer-debatte vor wm: schult warnt vor zu viel erwartungshaltung!
Drei Tage vor dem WM-Start in Deutschland herrscht weiterhin zäher Diskurs um Manuel Neuer. Während Oliver Baumann in den Testspielen glänzte, kämpft der Kapitän mit seinen Adduktoren. Kann er die Erwartungen erfüllen?
Die schatten der vergangenheit
Die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, Neuer nach seinem Rücktritt 2024zurück in die Nationalmannschaft zu holen, stieß auf gemischte Reaktionen. Auch ehemalige Nationaltorhüterin Almuth Schult äußert nun deutliche Zweifel. Im „RND“-Interview betonte sie, dass Neuer in den vergangenen Turnieren nicht immer der entscheidende Faktor war, um die DFB-Elf vor dem Aus zu bewahren. „Geht darum, ob Neuer die Deutschen mal in die nächste Runde rettet“, so Schult – eine Pointiertheit, die im WM-Fieber nicht fehlen darf.
Es sei zwar unbestritten, dass Neuer, wenn er in Topform ist, immer noch zu den besten Torhütern der Welt gehört. Doch seine konstante Leistung dieser Saison lässt Zweifel aufkommen. Nur für kurze Phasen erreichte er sein früheres Niveau. Die Frage ist nicht, ob Neuer Weltklasse ist, sondern ob er in der entscheidenden Phase liefern kann, wenn es darauf ankommt.

Nagelsmann setzt auf erfahrung – schult bleibt skeptisch
Bundestrainer Nagelsmann scheint sich jedoch auf die Erfahrung und Ausstrahlung des Routiniers zu verlassen. DFB-Sportdirektor Rudi Völler verteidigte diesen Schritt nachdrücklich, betonte aber auch, dass Neuer im Training in Chicago keine größeren Probleme mit seiner Wade gezeigt habe. „Wir reden hier über Manuel Neuer! Er ist ein Weltklasse-Torwart, der in seiner Karriere bereits alles erlebt hat.“ Die Worte klingen überzeugend, lassen aber die Zweifel der ehemaligen Nationaltorhüterin unerwähnt.
Schult mahnt zur Vorsicht: „Von den ersten Spielen würde ich nichts abhängig machen, selbst wenn ihm der erste Fehler passiert. Man muss sich darauf einstellen, dass es mal passieren kann, aber es geht darum, ob Manuel Neuer die Deutschen mal in die nächste Runde rettet.“ Dabei spielt sie auf die Bedeutung der Konstanz an, die Neuer in den letzten Jahren vermissen ließ. Die Zweifel sind begründet, die Erwartungen hoch.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Völlers Zuversicht gerechtfertigt ist und ob Neuer tatsächlich das Turnier seiner Karriere spielen wird. Doch eines ist klar: Der Druck auf die Schultern des 40-Jährigen ist enorm – und die Erinnerung an vergangene WM-Enttäuschungen sitzt tief.
