Nagelsmanns wm-elf nimmt gestalt an: überraschungen und enttäuschungen!

Winston-Salem – Fünf Tage trennen die deutsche Nationalmannschaft vom WM-Auftakt gegen Costa Rica, und die Aufbruchsstimmung ist spürbar. Julian Nagelsmanns Team befindet sich im Feinschliff, doch die Erkenntnisse der Vorbereitung haben die Hierarchien innerhalb des Kaders deutlich verschoben. Während einige Spieler ihren Platz in der Stammelf festigen konnten, müssen andere mit einer Reservistenrolle rechnen. Ein ehemaliger Münchner sieht sich besonders bedroht.

Der frankfurter nathaniel brown stürmt die rangliste

Die größte Überraschung liefert Nathaniel Brown. Der Frankfurter Offensivmann hat sich in den letzten Tagen einen Platz im Herzen von Bundestrainer Nagelsmann erkämpft. „Er weiß gar nicht, wie gut er ist“, lobte Nagelsmann nach einem Training. Browns Technik, seine Passsicherheit und seine Spielintelligenz sind beeindruckend und machen ihn zu einer ernsthaften Alternative für die Position im Mittelfeld. Er scheint aktuell besser ins deutsche Spielsystem zu passen als der bisherige Platzhirsch David Raum – ein Umstand, der Raum vor eine große Herausforderung stellt.

Auch Leroy Sané profitiert von der Verletzung von Lennart Karl und dürfte zumindest beim ersten Gruppenspiel gegen Curacao in der Anfangself stehen. Sein Tor gegen die USA war ein willkommener Vertrauensschub, und Nagelsmann scheint weiterhin von Sanés Potenzial überzeugt zu sein. Doch der Gala-Star muss liefern, um seinen Stammplatz zu verteidigen.

Oliver Baumann, der bis zum Comeback von Manuel Neuer als deutsche Nummer eins galt, nimmt seine Degradierung mit Fassung. Seine offenen Worte („war nicht cool“) zeugen von Professionalität und Ehrgeiz. Er bekräftigte seine Unterstützung für Neuer und bewies, dass er ein Sportsmann durch und durch ist. Ein Gewinn für das gesamte Team.

Wer muss sich sorgen machen?

Wer muss sich sorgen machen?

David Raum muss sich der Konkurrenz durch Brown stellen. Seine dynamischen Vorstöße entlang der Linie und seine scharfen Flanken sind zwar immer noch wertvoll, doch im Moment werden sie weniger dringend benötigt. Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler räumte ein, dass Raum „hintendran“ sei. Trotzdem bleibt er ein „Kampfmonster“, das dem Team helfen kann.

Leon Goretzka hatte große Hoffnungen auf einen Stammplatz neben Aleksandar Pavlovic gehegt. Doch die Rückkehr von Felix Nmecha hat seine Chancen deutlich verringert. An dem Dortmunder Mittelfeldmotor gibt es derzeit kein Vorbeikommen. Nagelsmanns Schwärmereien für Goretzka scheinen vergessen.

Nick Woltemade, der die DFB-Elf in der Qualifikation zur WM schoss, wird aktuell in der Sturmspitze kaum benötigt. Kai Havertz ist die unangefochtene Nummer eins, und Deniz Undav steht als erste Backup-Option bereit. Woltemades physische Fähigkeiten könnten jedoch im Turnierverlauf von Bedeutung sein. Völler nannte ihn einen „überragenden Fußballer, der immer helfen kann, wenn er reinkommt“.

Die Aufstellung für das Spiel gegen Curacao steht zwar noch nicht in Stein gemeißelt, aber eines ist klar: Julian Nagelsmann wird alle verfügbaren Spieler einsetzen, um die Form zu finden und die besten Kombinationen zu finden. Die WM ist ein Marathon, kein Sprint, und die vermeintlichen Reservisten können entscheidend sein. Das Team muss geschlossen auftreten, wenn es in Katar erfolgreich sein will. Die Vorbereitung hat gezeigt: Nur wer kämpft und sich reinhängt, hat eine Chance auf einen Platz im WM-Team.