Neuer-debatte eskaliert: hoeneß attackiert nagelsmann scharf

Die Diskussion um eine mögliche Rückkehr Manuel Neuers in die deutsche Nationalmannschaft hat eine neue, unerwartet hitzige Phase erreicht. Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat im Podcast „Auf eine weiß-blaue Tasse“ scharfe Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert und dessen Umgang mit der Torwartfrage in Frage gestellt.

Hoeneß fordert klare ansagen statt medien-spielchen

„Ich hätte ganz klar gesagt: Wir spielen jetzt mit Baumann oder mit Nübel oder was auch immer, und wir warten ab, wie die Entwicklung ist“, so Hoeneß, der damit eine deutlich direktere Herangehensweise an die Situation fordert. Er ist überzeugt, dass Neuer auch nur vier Wochen vor der Weltmeisterschaft problemlos wieder in den Kader berufen hätte werden können. Der ehemalige Bayern-Boss scheint besorgt über die Art und Weise, wie Nagelsmann mit der Öffentlichkeit kommuniziert. „Das ist die Gefahr bei Julian, dass er viel zu viele Dinge über die Medien macht. Du musst heute deine Probleme intern lösen. Die Medien sollen wieder mal selber arbeiten.“

Als Beispiel für einen besseren Umgang mit den Medien nannte Hoeneß den aktuellen Bayern-Trainer Vincent Kompany. „Sie werden den Kompany nie über einen Spieler schlecht reden hören, selbst wenn er der Meinung ist: ‚Den kann ich nicht gebrauchen.‘ Er würde das nie machen.“ Ein deutlicher Seitenhieb auf Nagelsmann, der offenbar den Eindruck erweckt, sich der Öffentlichkeit zu sehr anzupassen.

Kontinuität statt experimente – hoeneß mahnt zur besonnenheit

Kontinuität statt experimente – hoeneß mahnt zur besonnenheit

Neben der Medienstrategie bemängelte Hoeneß auch die Tendenz von Nagelsmann, kurz vor einem wichtigen Turnier noch junge Spieler zu testen. „Ich will jetzt nicht so ein Nagelsmann-Bashing machen. Aber was ich ihm vorwerfe ist, dass er jetzt noch junge Spieler dazu holt und testet, um den Medien gerecht zu werden.“ Hoeneß betonte, dass Deutschland bei der WM nicht zu den absoluten Top-Favoriten gehört und daher auf eine eingespielte Mannschaft setzen sollte. „Und das hätte ich gerne gesehen, dass das eingespielt ist. Dass man vier, fünf Länderspiele mit der selben Mannschaft gespielt hätte.“

Die Äußerungen Hoeneß’ werfen einen langen Schatten auf die Vorbereitungen der Nationalmannschaft und lassen die Frage offen, wie sich Nagelsmann nun verhalten wird. Ob die Kritik des erfahrenen Managers zu einer Kurskorrektur führen wird, bleibt abzuwarten, doch eines ist klar: Die Torwartfrage und der Umgang damit werden die Diskussionen rund um das deutsche Team weiterhin dominieren.