Neuer-comeback? experten drängen, dfb-torwart bleibt stur!
München – Der Aufschrei ist perfekt: Nach seiner Glanzleistung in der Champions League überschlagen sich die Verehrer von Manuel Neuer. Während ehemalige Teamkollegen und Experten ein DFB-Comeback des 40-Jährigen bei der WM fordern, hält der Torhüter selbst eisern an seinem Rücktritt fest. Ein Machtwort, das die Diskussionen um die Torwartfrage im Nationalteam weiter anheizt.

Höwedes: „manu ist der beste – er muss dabei sein!“
Benedikt Höwedes, Ex-Weltmeister und früherer Mitspieler Neuers, ließ in einem Interview mit t-online keine Zweifel: „Es müssen die besten Spieler zur WM, und Manu ist mit Abstand der beste Torhüter der Welt.“ Er räumte zwar ein, dass die Entscheidung letztendlich bei Neuer liege, betonte aber: „Aus meiner Sicht musst du ihn mitnehmen.“ Ein deutlicher Appell, der die Debatte um die optimalen Kaderwahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann neu entfacht.
Auch Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler, schloss sich dem Chor der Bewunderer an. Nach dem 2:1-Sieg gegen Real Madrid im Viertelfinal-Hinspiel bei Sky Austria verkündete Matthäus: „Dieser Neuer ist Weltklasse, gehört in die Nationalmannschaft!“ Er zeigte sich überrascht, dass Nagelsmann die Leistung Neuers möglicherweise übersehen habe, fügte aber auch hinzu, dass er „weiß, dass das nicht passieren wird.“ Die Beziehung zwischen Neuer und dem ehemaligen Bayern-Coach Nagelsmann sei, wie Matthäus in der Bild erklärte, „so zerschnitten, das kann der beste Schneider nicht mehr zusammennähen.“ Eine scharfe Aussage, die die möglichen Gründe für Neuers Ablehnung unterstreicht.
Jan Age Fjörtoft, als TV-Experte bei Sky Austria aktiv, forderte ebenfalls ein Umdenken. Er fragte rhetorisch: „Wie kommst du auf diese Idee, wenn du Manuel Neuer jetzt siehst? Welches Land auf der ganzen Welt nimmt seinen besten Torwart nicht mit?“ Die Wahl von Oliver Baumann als Nummer eins für die Reise nach USA, Mexiko und Kanada wirke angesichts Neuers Leistung schlichtweg absurd.
Doch Neuer selbst scheint unbeeindruckt von dem Getöse. Nach dem Spiel am Dienstagabend betonte er deutlich: „Wir brauchen das Thema gar nicht aufmachen.“ Er konzentriere sich voll und ganz auf den FC Bayern und wolle keine Diskussionen über die Nationalmannschaft führen. Seine Worte wirkten wie ein unausweichlicher Schlussstrich unter den Spekulationen – zumindest vorerst.
Die Frage ist, ob Nagelsmann sich von dem Druck der Experten und Fans widerstehen kann. Während die einen ein Comeback Neuers als Garant für den WM-Titel sehen, beharren andere auf einer Neuausrichtung des DFB-Teams. Die Entscheidung liegt bei Nagelsmann – und die wird entscheidend sein für den Erfolg des Nationalteams.
