Neuer zittert: muskelfaserriss droht saison-aus – und die karriere
Manuel Neuer liegt wieder auf der Trage, diesmal mit einem Muskelfaserriss, der nicht nur die Saison in Frage stellt, sondern auch die Zukunft eines ganzen Klubs. Der 40-Jährige hat gegen Gladbach gerade mal 45 Minuten durchgehalten, dann musste Jonas Urbig ihn retten. Die Uhr tickt. Der Vertrag läuft aus. Und der Körper schickt Warnsignale, die man bei Bayern München nicht mehr ignorieren kann.
Almuth schult legt den finger in die wunde
„Wenn er topfit ist, ist er ein super Torwart“, sagt Almuth Schult im Doppelpass. Das klingt wie ein Lob, ist aber auch ein Seitenhieb. Denn die ehemalige Nationaltorhüterin und Olympia-Gold-Gewinnerin von 2016 weiß: Topfit ist Neuer eben nicht mehr. „Seine Verletzungen kommen zur Unzeit“, sagt sie. Unzeit bedeutet: mitten in die Vertragsverhandlungen, mitten in die Frage, ob der Kapitän noch eine Saison dranhängt oder Schluss macht.
Die Zahlen sind gnadenlos. Seit Mitte Februar hat Neuer zwei Muskelfaserrisse erlitten, eine Ausnahme für einen Profi, der sein Leben lang auf Explosivität setzte. Gegen Bremen ging es in der 60. Minute aus. Gegen Gladbach schon in der Pause. Die Halbzeit, die sein Comeback werden sollte, wurde zur Halbzeit, die sein Ende einläutet.

Bayern plant ohne neuer – aber mit urbig
Intern haben die Verantwortlichen längst reagiert. Jonas Urbig, 21, steht bereit. Der Youngster aus der eigenen Jugend hat in den letzten Wochen mehr Minuten gespielt als Neuer. Die Frage ist nicht mehr, ob Urbig übernehmen kann, sondern: Wann wird er endgültig die Nummer 1?
Neuer selbst schweigt. Er hat sich Bedenkzeit erbeten, wie Schult verrät. „Er will auf dem höchsten Niveau spielen, das ist sein Anspruch“, sagt sie. Die Realität aber sieht anders aus. Der Körper meldet sich zurück. Und der Klub? Der Klub wartet auf ein Signal, das vielleicht nie kommt.
In den nächsten Wochen stehen die Gespräche an. Sportdirektor Max Eberl wird Neuer fragen, was der Arzt ihm sagt: Noch eine Saison? Oder lieber aufhören, bevor das Image des ewigen Rekordmeisters leidet? Die Entscheidung fällt nicht auf dem Platz, sondern im Behandlungszimmer. Dort, wo ein Muskelfaserriss mehr wiegt als jede Parole.
