Neuer schlägt real mit glanzparaden nieder und lässt bernabéu verstummen
Im Estadio Santiago bernabéu wurde er zum Schrecken der Königlichen: Manuel Neuerwehrte gegen Real Madrid acht Hochkaräter ab, schrie sich in Ekstase und schob den FC Bayern München mit einem 2:1-Sieg Richtung Halbfinale. Die Schlüsselszene? 78. Minute, Bellingham taucht allein vor ihm auf – Neuer spannt sich, bleibt lang, klaubt den Ball aus der Ecke. Stille. Dann Applaus sogar von den Madrilenern.
Kopfballduell am sechzehner war nur die spitze
Trainer Thomas Tuchel hatte vorher gewarnt, dass Vinícius´ Tiefe wie ein Turbo wirkt. Als der Brasilianer in der 63. Minute einen Steilpass annimmt, sprintet Neuer 28 Meter aus dem Kasten, springt höher als der Angreifer und köpft zur Seite. Luka Modric wirft die Arme hoch, bernabéu-Keeper Lunin grinst schief – sie wissen, dass nur ein einziger Mann auf dem Platz diese Aktion traut.
Die Zahlen sprechen für sich: vier xGOT (expected goals on target) von Real, 0,9 Tore tatsächlich. „Wir haben ihn heute zweimal geschlagen, er war einfach schneller“, sagte Ancelotti mit gemischtem Lächeln. Dabei hatte der Italiener extra auf den ehemaligen Bayern-Striker Joselu gesetzt, weil dessen Reaktionsschwächen bei herauslaufenden Keepern bekannt sind – vergebens.

Joshua kimmich flüstert dankesworte
Kurz nach Abpfiff sucht Kimmich den Kapitän, drückt ihm die Nase an die Stirn, flüstert: „Jetzt nur noch 90 Minuten, Manni.“ Neuer lacht trocken: „Wenn du weiter so flankst, brauch ich nur noch zugucken.“ Es klingt wie ein Versprechen. Das Rückspiel am Mittwoch in München wird die nächste Feuerprobe – doch wer den 38-Jährigen nach dieser Vorstellung noch bezweifelt, hat den Film nicht gesehen.
Die Königlichen fliegen mit einem Tor Rückstand nach Deutschland, dabei hatten sie 23 Abschlüsse. Das ist die nackte Statistik. Die Wahrheit steht zwischen den Pfosten: Dort steht Manuel Neuer – und er ist längst nicht fertig.
