Neuer fällt aus – urbig steht bei atalanta zwischen den pfosten

Der deutsche Rekordmeister muss den nächsten Nackenschlag verdauen: Manuel Neuer zog sich im zweiten Spiel nach seiner Rückkehr erneut eine Muskelverletzung in der linken Wade zu und wird das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atalanta Bergamoverpassen.

Die Untersuchung nach dem 1:1 gegen Gladbach ergab einen kleinen Riss der Fasern. Der Verein spricht offiziell von „zunächst“ aus, intern rechnet man mit zwei Wochen Pause. Das bedeutet: Neuer fehlt in Bergamo, wahrscheinlich auch in Leverkusen – und das Rückspiel in der Allianz Arena ist längst keine Selbstverständlichkeit.

Die chronik eines verhängnisvollen monats

Erst am 14. Februar flog Neuer beim 3:0 in Bremen nach 45 Minuten raus, weil die rechte Wade streikte. Drei Wochen später, beim Comeback, meldet sich die linke. Für Vincent Kompany ein Déjà-vu: „Er hat etwas gespürt, trotzdem will ich nicht zu viel spekulieren“, sagte der Trainer direkt nach Abpfiff. Die Spekulation ist jetzt Makulatur.

Jonas Urbig rückt wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der 22-jährige Keeper bewies schon im vergangenen Achtelfinale gegen Leverkusen, dass er die Großbühne nicht scheut. Damals musste Neuer ebenfalls passen – wegen eines Muskelfaserrisses in der rechten Wade. Die Parallelen sind unheimlich.

Bayern steht vor der quadratur des kreises

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Gewinnt der Klub trotzdem in Italien, winkt möglicherweise das Viertelfinale ohne seine Nummer 1. Verliert er, droht die vorzeitige Heimreise. Und zwischen den Pfosten steht ein Debütant, der vor einem Jahr noch in der Regionalliga spielte. Die Rechnung ist simpel: Entweder die Defensive hält dicht – oder Urbig wird zur Bayern-Legende über Nacht.

Die Heilungsprognose bleibt vage. „Wenn in der Reha alles perfekt läuft“, heißt es intern, könne Neuer vielleicht zum Rückspiel zurückkehren. Perfektion ist in der Fußball-Biomechanik jedoch selten. Die Wahrscheinlichkeit steigt täglich, dass Urbig auch am 18. März in der Allianz Arena die Handschuhe trägt.

Bayern muss nun ohne seinen Kapitän in die Königsklasse reisen – und das genau in der Phase, in der jeder Ball zählt. Die Saison gerät zur Geduldsprobe. Die Frage ist nicht mehr, ob Neuer zurückkommt, sondern: Wie lange hält der Rest der Mannschaft ohne ihn durch?