Nba rüstet sich für 32 teams: seattle und las vegas stehen bereit
Die NBA schlägt die nächste Runde in ihrem Expansionspoker ein: Bereits kommende Woche stimmt das Board of Governors über zwei neue Franchises ab – Seattle und Las Vegas sind die designierten Kandidaten. Erste Mehrheit? 23 von 30 Eigentümern müssen zustimmen, dann beginnt das eigentliche Bieterrennen.
32 Klubs ab 2028/29 – die timeline ist gesetzt
Dem Vorhaben liegt ein gestaffelter Plan zugrunde: Sollte die Hürde von 75 Prozent Ja-Stimmen fallen, startet noch in diesem Sommer ein offizielles Bewerbungsverfahren. Die finalen Verträge würden im Herbst unterschrieben – pünktlich, damit die 31. und 32. Franchise spätestens zur Saison 2028/29 auflaufen können. Adam Silver hatte das bereits im Dezember angekündigt, doch nun liegt ein Datum auf dem Tisch.
Seattle bietet sich an: Die Stadt fehlt der Liga seit dem Umzug der SuperSonics nach Oklahoma City 2008. Die Halle steht – Climate Pledge Arena wurde für die Kraken neu gebaut und wartet mit NBA-tauglicher Technik. Emotionale Heimkehr plus rivalitätsfähige Fanbasis, das Rezept ist simpel.
Las Vegas wiederum hat sich vom Glücksspiel-Mekka zur Sport-Hauptstadt gemausert. NHL, NFL, bald WNBA-Finals – die Liga will nicht länger zuschauen. Die TV-Märkte von Nevada und dem Westen generieren Milliardenwerbekohle, und die NBA liebt nichts mehr als unerschlossene Primetime-Slots.

Die machtfrage hinter den kulissen
Doch nicht alle Besitzer applaudieren. Mehr Teams bedeuten ein kleineres Stück vom Kuchen – nationale TV-Einnahmen, Merchandising, globaler Sponsoring-Pool. Die Liga schätzt den Eintrittspreis pro Franchise auf rund 3,5 Milliarden Dollar, eine Summe, die vor allem Kleinstadtklubs lockt. Verkaufe jetzt einen Teil, sichere Cash für die nächste Dekade, lautet die Rechnung.
Die großen Marktbooster wie Knicks, Lakers und Warriors halten dagegen: Expansion verwässert die Marke, schwächt Scheduling und erhöht Reisebelastung. Silver muss also nicht nur 23 Stimmen finden, sondern auch ein Narrativ, das die Giganten ruhigstellt.
Historisch gesehen wartet die NBA länger als je zuvor: Seit 2004 ist kein neues Team mehr hinzugekommen. Die Charlotte Bobcats – heute Hornets – waren seinerzeit die Nummer 30. Seitdem wuchs die Liga nur in Wert, nicht in Größe.

Was das für den sport bedeutet
Zwei zusätzliche Kader eröffnen 30 neue Jobs für Spieler, verändern aber auch die Talentpyramide. Die G-League expandierte zuletzt parallel, doch die Konkurrenz um Minuten wird härter. Internationale Talente wie Wembanyama oder Holmgren bekommen früher Chancen, weil echte Rotationsplätze entstehen – ein verdeckter Gewinn für Fans in Europa.
Die Schedulinglegenden der NBA dürften ebenfalls umschreiben: mehr Back-to-Backs, längere Westküsten-Trips, aber auch neue Derbys. Seattle versus Portland erinnert an alte Rivalität, Las Vegas gegen Phoenix könnte zur Wüsten-Schlacht avancieren.
Am Ende zählt eine einfache Gleichung: Die Liga schlägt 7 Milliarden Dollar Eintrittsgebühren ein, die Eigentümer sichern sich Liquidität, und zwei Städte bekommen das größte Sport-Franchise zurück, das man sich wünschen kann. Ob die Abstimmung im Mai scheitert oder durchrasselt – der Drops ist längst gelutscht: Die NBA will 32 Teams, und Seattle sowie Las Vegas haben die Koffer bereits gepackt.
