Nawrath stoppt flaute: deutsches podest im matsch von otepää

Philipp Nawrath hat’s endlich wieder geknackt. Rang drei im Sprint von Otepää, erste deutsche Podestkrone seit Oberhof – und das mitten im estnischen Schlamassel.

Sturla holm laegreid dominiert, nawrath folgt als einziger deutscher

Der Norweger feuerte bei strömendem Regen die einzige fehlerfreie Runde, stoppte die Uhr nach 23:28,5 Minuten und ließ selbst Emilien Jacquelin mit 10,7 Sekunden Rückstand stehen. Nawrath blieb sauber, brauchte aber beim Schießen zwei Sekunden länger als Laegreid – am Ende 17,8 Sekunden Rückstand, trotzdem Jubel: Es ist sein sechstes Weltcup-Podest, das zweite in diesem Winter.

Die restliche DSV-Truppe versank im Matsch. Philipp Horn schoss dreimal daneben und rutschte außerhalb der Top-25 ins Ziel. Leonhard Pfund schied mit zwei Liegend-Fehlern praktisch vorzeitig aus, Justus Strelow und Lucas Fratzscher folgten ihm in die Ränge jenseits der 30. Eine deutsche Mannschaftsleistung sieht anders aus.

Nächster saisonhöhepunkt: oslo ruft

Nächster saisonhöhepunkt: oslo ruft

Mit Otepää steht der vorletzte Weltcup auf dem Programm. Freitag sprinten die Frauen, Samstag entscheiden sich die Verfolger, Sonntag treten Mixed-Staffeln an. Wer danach noch Punkte braucht, muss sich in Oslo beweisen – dort endet die Saison, dort zählt jedes Zählerlein doppelt.

Die deutschen Skijäger reisen mit einem halben Erfolg im Gepäck. Nawrath bewies, dass er noch zupacken kann. Der Rest muss sich fragen, ob die Formkurve nicht doch zu steil nach unten zeigt – denn wer im April vor der Heim-WM steht, braucht mehr als ein Einzelhighlight.