Naschenweng fällt erneut aus – bayerns abwehr vor pokal-cl-duell geschwächt
Katharina Naschenweng muss wieder auf die Bank der Zuschauer. Die 28-jährige Steirerin zog sich beim WM-Quali-Einsatz gegen Slowenien eine Kapselbandverletzung im linken Sprunggelenk zu und fällt mehrere Wochen aus – genau in der Phase, in der der FC Bayern die Saison entscheiden will.

Die verletzungsstatistik wird zur geduldsprobe
Nur 90 Tage war sie zurück auf dem Platz. Nach ihrer Kreuzband-Pause hatte Naschenweng beim 2. Spieltag gegen Bremen ihr Comeback gefeiert, dann folgte im Dezember die Außenband-Teilruptur, nun der nächste Rückschlag. Drei schwere Verletungen innerhalb eines halben Jahres – das ist kein Pech mehr, das ist ein Muster.
Für Trainer Alexander Straus bedeutet das personell rechnen ohne eine der wenigen natürlichen Linksverteidigerinnen. Mit Giulia Gwinn und Maximiliane Rall stehen zwar Ersatzoptionen bereit, doch beide sind eigentlich rechts oder zentral eingestellt. Die Automatismen auf der linken Seile werden neu justiert werden müssen.
Die Terminkalender der Münchnerinnen sind rau: Mittwoch Viertelfinale im DFB-Pokal in Hamburg, dann Liga-Alltag, ehe Ende März die Champions-League-Duelle gegen Manchester United anstehen. Ein Pokal-Aus oder ein früher Europacup-Abstieg würde die ganze Saison trüben – genau das droht, wenn die Defensive nicht steht.
Naschenweng selbst bleibt kämpferisch. Auf Instagram postete sie ein Foto aus der Kabine, dazu die Zeile: „Noch einmal hinfallen, noch einmal aufstehen.“ Die Botschaft ist klar: Sie wird zurückkommen. Die Frage ist nur, wie viele Spiele Bayern bis dahin verkraften kann.
Die Verletzung löst auch ein Stück Selbstgespräch im Klub aus. Wie belastbar ist der Kader? Sind die medizinischen Tests scharf genug? Und wie viele individuelle Belastungssteuerungen verträgt eine Spielerin, die schon zwei Kreuzbandrisse hinter sich hat? Die Antworten werden intern diskutiert, nach außen hält man sich bedeckt.
Fakt ist: Ohne Naschenweng fehlt nicht nur eine Läuferin, sondern auch eine Kommunikationsstimme. Die Steirerin ist Teil der Führungsriege, spricht im Teamrat, klärt Szenen mit der Schiedsrichterin. Ihr Wegfall schlägt sich in Statistiken nicht nur als „Abwesenheit“ nieder, sondern als Lücke in der Abstimmung.
Bis zur Rückkehr der Linksverteidigerin bleibt den Bayern vor allem eins: gewinnen. Je länger die Ausfälle dauern, desto größer der Druck. Die Saison ist nicht verloren, aber sie hängt jetzt an Fäden – und an den Füßen Gesunder.
