Napoli blamiert: anguissa kassiert tiefstnote, pierotti glänzt für di francesco
Im Stadio Diego Maradona lieferten die Partituren der Statistiker ein vernichtendes Urteil: André-Frank Anguissa, sonst Motor im Mittelfeld von Napoli, rutschte bei der 0:2-Pleite gegen Empoli auf den schwächsten Wert der ganzen Partie ab. Auf der Gegenseite strahlte Tommaso Pierotti als einziger Feldspieler über die Marke von 7,0 – ein Foto des Gefälles, das Trainer Antonio Conte in der Kabine garantiert an die Wand nageln wird.
Conte-system kollabiert – anguissa wird zur leerstelle
37 Ballverluste, nur 52 % gewonnene Zweikämpfe, kein einziger Schuss aufs Tor: Die Heatmap des Kameruner wirkt wie ein Loch im sonst so dichten Napoli-Netz. „Er lief, aber er lief falsch“, resümierte Sky-Experte Massimo Ambrosini lapidar. Für die Gazetta reichte es gerade noch für ein 5,0 – in der Stunde der Wahrheit blieb Napolis Maschine ohne Zündung.
Die Folge: Conte wechselte früher als je zuvor in dieser Saison. Bereits nach 56 Minuten nahm er Anguissa vom Feld, stellte auf Dreierkette um und schickte Lobotka als zusätzlichen Libero. Der Slowene verteilte anschließend 48 Pässe mit 96 % Trefferquote – ein Stück weit ein Schuldvortrag an den vorherigen Six.

Pierotti liefert lehrstunde – empoli schlägt mit conte-prinzip
Während in Neapel die Köpfe hangen, feiert Empoli den dritten Auswärtssieg nacheinander. Pierotti, erst 22, spielte wie ein Conte-Prototyp: intensives Gegenpressing, vertikale Diagonalbälle, zwei Vorlagen. Sein Sprintweg zum 0:1 war ein Diagramm aus diagonalen Laufwegen und vertikalen Schnittstellen – genau jene Muster, die Contes Napoli sonst prägt.
Trainer Roberto Di Francesco grinste nach Abpfiff wie ein Schüler, der die Arbeit des Lehrers besser macht als das Original. „Wir haben Napoli in seine eigene Falle gelockt“, sagte er. Die Zahlen geben ihm recht: 42 Ballgewinne im Mitteldrittel, 18 Torschüsse aus dem Zentrum – beides Saisonsbestwerte der Toskaner.
Für Napoli bleibt die Erkenntnis: Ohne einen funktionierenden Anguissa droht das System zu kippen. Die Meisterschaft ist längst entschieden, doch die Champions-League-Plätze rücken in weite Ferne. Conte muss umbauen – oder in den Tiefschlaf seines Mittelfeld-Motors erneut wach werden.
