Nane vianello stirbt mit 87: die 40-punkte-nacht gegen real madrid wird nie verblassen
Gabriele „Nane“ Vianello ist tot. Mit 87 Jahren verstarb am Freitag in Mailand der Mann, der am 17. März 1966 im Palalido die Real Madrid mit 40 Punkten allein zerlegte und dem Olimpia Milano die erste Champions-Cup-Trophäe bescherte. Für eine Generation Italiens war er der Linkshänder mit dem weichen Sprung, der Basketball modern machte, bevor das Wort Modernität überhaupt in den Hallen war.
Von venedig nach mailand – die flucht vor dem klubzwang
Vianello begann in den Jugendreihen der Reyer Venezia, wechselte 1958 zur Motomorini Bologna und landete 1959 in Varese – nur um zu merken, dass der Rivale Ignis Mailand ihn blockierte. Statt sich kaufen zu lassen, legte er 1960 ein Jahr Pause ein. Damals genugte das, um frei zu sein. 1962 zog er nach Mailand, wo er mit Paolo Vittori, Gianfranco Pieri und Sandro Riminucci das legendäre Simmenthal-Team formierte.
In fünf Saisons holte er vier Scudetti und eben jene Europapokal-Krone 1966. Die Zahlen des Halbfinals gegen die Königlichen: 15/26 Feld, 10/12 Freiwurf, 40 Punkte. Im Finale gegen Slavia Prag warf er noch 21. Die Serien-Average 1966: 21,0 Zähler – bis heute Rekord für einen Italiener. In der Klubhistorie steht er mit 17,8 Punkten im Schnitt immer noch auf Rang sechs.

127 Länderspiele, drei olympia-teilnahmen, ein leben in schwarz-grün
Vianello trug das azzurri-Trikot 127-mal, erzielte 1.090 Punkte, spielte Olympia 1960, 1964, 1968, zwei Welt- und drei Europameisterschaften. Nach Mailand kehrte er 1967 nach Venedig zurück, beendete 1972 seine Karriere und wurde anschließend Radiokommentator. Immer mit dem trockenen Humor der Lagune: „Ich habe nie trainiert, ich habe gespielt. Das war mein Training.“
Die Nachricht seines Todes erreichte die Liga während des Play-in-Rennens. Die Lega Basket wird am Sonntag in allen Arenen eine Gedenkminute einläuten. Für viele Fans war Vianello kein Historikerartikel, sondern der erste Name, den sie beim Spiel mit dem Vater riefen: „Pass wie Nane!“ Jetzt bleibt nur noch das Video der 40-Punkte-Nacht – und die Gewissheit, dass kein neuer Nane mehr kommt.
