Nagelsmann zieht trotz krimi-qualitäten positives fazit
Basel – 90 Minuten Herzklopfen, drei Führungswechsel, ein spätes 4:3 – und Julian Nagelsmann trotzdem zufrieden. Der Bundestrainer lobte nach dem Sieg gegen die Schweiz die „Nehmerqualitäten“ seiner jungen Mannschaft, die zweimal Rückstand und ein 3:3 wegsteckte, um dann doch zu gewinnen.
„Das war kein Freundschaftsspiel, das war ein Lehrstück“, sagte Nagelsmann bei RTL. Die Schweiz, in der WM-Quali kaum bekanntgegeben, hatte aus drei Halbchancen drei Tore gemacht. „Wenn du so was wegsteckst und zurückkommst, zeigt das Charakter.“

Warum woltemade statt undav kam
Die Stürmer-Debatte war Programm. Kai Havertz, 63 Tage ohne Länderspiel, startete, blieb harmlos, ging in der 63. Minute runter – für Nick Woltemade, nicht für Deniz Undav, der in der Bundesliga siebenmal in den letzten sechs Spielen traf. Nagelsmann erklärte es mit System: „Deniz braucht Ballbesitz, um seine Räume zu finden. Heute ging es um Umschalten, um zweite Bälle. Nick läuft sich frei, stört die Ketten. Und er braucht das Selbstvertrauen, gerade weil es in Newcastle nicht läuft.“
Statistik gefällig? Woltemade kam zu fünf Ballgewinnen in 27 Minuten, Undav blieb auf der Bank. „Ein Topstürmer in Form kann man fallen lassen oder aufrichten. Ich habe entschieden, ihn aufzurichten“, sagte Nagelsmann, ohne Undav’ Lauf kleinzureden: „Den hat eh, Montag oder nicht, das ändert nichts.“
Am Montag (20.45 Uhr) gegen Ghana dürfte die Rotation weitergehen. Nagelsmann will bis Sommer 15 Spieler auf WM-Temperatur bringen, nicht nur elf. „Wir bauen einen Kader, keine Startelf“, sagte er. Das 4:3 war erst die Pilotfolge.
