Nagelsmann zieht die wm-karte: kimmich rutscht nach rechts, goretzka darf träumen

Julian Nagelsmann hat drei Monate vor dem Start der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko die erste Hierarchie im DFB-Kader offengelegt – und dabei zwei Bayern-Stars auf unterschliche Weise glücklich gemacht.

Joshua Kimmich bleibt Rechtsverteidiger. Punkt. „Ja, dabei bleibt es“, sagte Nagelsmann im kicker-Interview, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Entscheidung klingt nach Routine, ist aber ein Paukenschlag: Kimmich verlässt die Zentrale, Goretzka rückt nach.

Denn wer die Sechser-Lücke füllt, ist längst kein Geheimnis mehr. „Stand jetzt wird Leon Goretzka gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali“, bestätigte der Bundestrainer. Der 31-Jährige, beim FC Bayern nur noch Joker, darf in der Nationalelf wieder auf die große Bühne.

Oliver baumann bekommt den wm-kasten

Marc-André ter Stegen schaut erneut in die Röhre. „Natürlich wird Oli im März im Tor stehen und wird es wieder gut machen“, sagte Nagelsmann. Oliver Baumann, 34, wird auch in der Endrunde die Nummer eins sein – eine Karriere-Krönung, die vor zwei Jahren noch niemand auf der Rechnung hatte.

Die Entscheidung gegen ter Stegen ist hart, aber nachvollziehbar: Der Barça-Keeper laboriert an der Schulter, Baumann lieferte in den letzten Länderspielen Null-Fehler-Fußball. Wer lange genug treu Dienst schiebt, darf irgendwann Kapitän sein – auch ohne Glamour-Klub im Rücken.

Die rückkehr von rüdiger steht auf messers schneide

Die rückkehr von rüdiger steht auf messers schneide

Antonio Rüdiger? Offen. „Er hatte große Probleme mit seinem Knie“, sagt Nagelsmann. Die Verletzungs-Aussetzer der Saison wiegen schwerer als die Erinnerung an den Abwehrchef von 2024. Der Trainer spricht von „allen Facetten“, die besprochen werden – ein netter Weg zu sagen: Garantien gibt es keine.

Ein letztes Testfenster bleibt: Am 27. März Schweiz, drei Tage später Ghana. „Der Kader wird dem, mit dem wir zur WM reisen wollen, schon sehr ähneln“, kündigt Nagelsmann an. Nach diesen 180 Minuten ist der Traum entweder greifbar – oder geplatzt. Die Uhren ticken laut, die Nadeln sind gesetzt.

Und Goretzka? Er weiß, dass 92 Minuten beim FC Bayern reichen können, wenn man in der Nationalelf die Seele reinhaut. In Zeiten, in denen Klub-Logik und Turnier-Form auseinanderdriften, ist das vielleicht die letzte Konstante: Wer für Nagelsmann brennt, spielt – egal, wie der Arbeitsvertrag heißt.