Nagelsmann stellt sich auf tattoo ein – raum grinst
Herzogenaurach – Julian Nagelsmann hat sich mit einer Ankündigung in die eigene Bredouille manövriert: Sollte die deutsche Nationalmannschaft am 19. Juli tatsächlich den WM-Triumph feiern, will sich der Bundestrainer von David Raum stechen lassen. Eine Ankündigung, die bei Raum für Belustigung sorgte, während Nagelsmann selbst offenbar schon kalte Füße bekommt. Die Frage, ob der Bundestrainer nun wirklich zu Tinte greifen wird, spaltet die Gemüter.

Raums lockere reaktion auf nagelsmanns versprechen
Die Stimmung im Teamquartier in Herzogenaurach war jedenfalls entspannt. Während Nagelsmann vor der Nominierung für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada (ab 11. Juni) noch von seinen „Sorgen“ gesprochen hatte – „Aber nicht, weil ich Angst habe vorm Tattoostechen, sondern weil ich glaube, dass wir bei dir keinen Platz mehr finden“, neckte er Raum – zeigte sich dieser völlig unbeeindruckt. „Man findet immer eine freie Stelle“, konterte der Leipziger mit einem Augenzwinkern und fügte hinzu: „Ich habe noch ein paar freie Stellen.“
Die Ankündigung des Bundestrainers, so Raum, sei ihm „direkt klar“ gewesen. „Damit hat er sich selber ein bisschen ein Bein gestellt, weil er, glaube ich, jetzt nicht mehr drumherum kommt, wenn wir das wirklich ziehen – aber ich glaube, das ist ihm dann auch egal.“ Der 28-Jährige, der selbst schon reichlich Körperbemalungen aufweist, zeigte sich zudem überraschend kulant: „Meinetwegen darf er sich auch das Motiv aussuchen“, meinte er, „aber ich will auf jeden Fall dabei sein…“
Die ironische Dynamik zwischen den beiden ist unverkennbar. Nagelsmann, der stets für seine taktische Raffinesse und sein selbstbewusstes Auftreten bekannt ist, scheint sich nun in einer Position wiederzufinden, aus der es schwerfällt, zurückzurudern. Ob er das finale Tattoo-Motiv wirklich wählen lässt, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Sollte Deutschland den Titel holen, wird dieser Moment – und Nagelsmanns Entscheidung – in die Annalen des deutschen Fußballs eingehen.
