Glasner verabschiedet sich mit triumpf: conference league und ungewisse zukunft

Ein Raunen ging durch das Stadion, als Oliver Glasner nach dem Conference-League-Sieg mit Crystal Palace plötzlich auf dem Rasen landete, den Bauch voran. Der Jubeltrubel, der „Diver“ – er gehört einfach zu ihm. Doch während die Fans feierten, wurde im Hintergrund bereits über seine Zukunft nachgeredet. Ein Titel, der fast schon zu einem Abschied passt.

Drei titel in drei jahren: ein außergewöhnlicher erfolg

Was Oliver Glasner mit Crystal Palace vollbracht hat, ist schlichtweg beeindruckend. Nach dem Gewinn des FA-Cups und des Community Shields krönte er seine Zeit in London nun mit dem Triumph in der Conference League. Aus einer Mannschaft, die zuvor noch nie einen Titel in ihrer 120-jährigen Geschichte gefeiert hatte, formte er einen Serienmeister. Die Zahlen sprechen für sich: Von Tabellenplatz 15 im Februar 2024 auf Platz zehn und dann die triumphalen Siege im FA-Cup, Community Shield und der Conference League. Ein unglaublicher Aufstieg!

„Das waren großartige, unglaubliche Tage in meinem Leben“, sagte Glasner nach dem Spiel gegen Rayo Vallecano. Seine Disziplin, sein Mut und seine klare Kommunikation schufen ein Team, das nicht nur körperlich überlegen, sondern auch taktisch flexibel war. Nationalspieler Adam Wharton lobte seinen Trainer überschwänglich: „Der Unterschied, den er in zweieinhalb Jahren gemacht hat, ist unglaublich. Es ist ein massiver Unterschied, wie er es geschafft hat, dass der Klub auf die Wettbewerbe blickt.“

Ein unruhestifter mit erfolgsgarantie: warum glasner aneckt

Ein unruhestifter mit erfolgsgarantie: warum glasner aneckt

Doch hinter dem Erfolg verbirgt sich auch ein Mann, der selten lange an einem Ort bleibt. Wie bereits bei Eintracht Frankfurt und Wolfsburg verlässt Glasner Crystal Palace nun ebenfalls nach nur drei Jahren. Seine Beziehungen zu den Vereinsführungen sind oft angespannt. Bei Wolfsburg war es der damalige Kapitän Joshua Giulavogui, der nach Glasners Abgang seine Unzufriedenheit kundtat: „Ja, ich bin froh, dass er weg ist, weil es für mich persönlich die schlimmste Beziehung war, die ich jemals zu einem Trainer in meiner Laufbahn hatte.“

In Frankfurt stritten sich Glasner und Sportvorstand Markus Krösche über die Kaderplanung. Glasner forderte sofortige Verstärkungen, während die Eintracht auf den Aufbau junger Spieler setzte. Auch in London fühlte er sich „im Stich gelassen“, da der Verein Leistungsträger immer wieder verkaufte, ohne adäquaten Ersatz zu verpflichten. Und nun? Gerüchte über ein mögliches Engagement bei Bayer Leverkusen machen die Runde, wo er mit großzügigen Investitionen rechnen könnte. Ob er dort sein Glück sucht, bleibt abzuwarten.

Glasner selbst gibt sich ausweichend: „Ich habe im Fußball gelernt: Alles, was ich heute sage, ist morgen falsch.“ Seine nächste Station ist ungewiss, aber eines ist klar: Oliver Glasner wird auch in Zukunft für Gesprächsstoff sorgen – und vermutlich wieder Titel gewinnen. Sein Vermächtnis in London ist jedoch unbestreitbar: Er hat Crystal Palace in eine glorreiche Ära geführt, die für immer in Erinnerung bleiben wird. Die Frage ist nun: Wie lange wird dieser Erfolg weitere Folgen haben?