Giro d'italia: ciccone in rosa, aber italienische hoffnungen verpuffen!
Mailand – Ein intensives, spektakuläres Giro d’Italia, das die Fans begeisterte, endete für die italienischen Radfahrer mit einem bittersüßen Nachgeschmack. Drei Etappensiege – Davide Ballerini in Neapel, Filippo Ganna in Massa und Alberto Bettiol in Verbania – sowie das stolze Tragen des Rosa Trikots durch Giulio Ciccone konnten die Enttäuschung über zahlreiche verpasste Chancen kaum trösten.
Die geister der verpassten chancen
Besonders schmerzhaft war das Ergebnis der 18. Etappe in Pieve di Soligo. Edoardo Zambanini wurde Zweiter, Jonathan Milan Dritter und Francesco Busatto Vierter – ein italienisches Quartettt, das dem Sieg so nahe war, nur um ihn dann doch wieder loszulassen. Der Franzose Paul Magnier, der sich mit seinem dritten Etappensieg den Spitznamen „Magnifiquer“ redlich verdient hat, stahl ihnen erneut den Ruhm. Es ist kein Einzelfall: Immer wieder sehen italienische Fahrer die Ziellinie knapp hinter ihren internationalen Konkurrenten passieren.
Bereits in der Etappe von Voghera nach Mailand sorgte der Norweger Fredrik Dversnes für eine Überraschung, als er Mirko Maestri und Martin Marcellusi in einem packenden Sprint besiegte. Ein „Wind aus dem Norden“, der die Euphorie der italienischen Fans jäh unterbrechen ließ. Auch in der dritten Etappe, mit Ziel in Sofia, hatte Magnier bereits Jonathan Milan übertrumpft. Für den aufstrebenden Sprinter bleibt die Frage nach dem ersten Giro-Sieg vorerst unbeantwortet – die Abschlussetappe in Rom könnte seine letzte Chance darstellen.

Caruso kämpft, vingegaard dominiert
Damiano Caruso zeigte beim Etappenrennen nach Andalo einmal mehr seine Klasse und kämpfte verbissen um einen Platz auf dem Podium. Mit 38 Jahren bewies der Sizilianer, dass er immer noch zu den Top-Fahrern gehört, und belegte den dritten Platz hinter dem Dänen Michael Valgren. Diego Ulissi erreichte ebenfalls einen dritten Platz in Chiavari, während Giulio Ciccone in Cosenza Dritter wurde und sich dank Bonifikationen für einen Tag das Rosa Trikot sicherte.
Ciccone blickt nun nach vorne und will in dieser Giro-Auflage seinen ersten Etappensieg einfahren. Angesichts der Dominanz von Jonas Vingegaard im Kampf um das Bergwertungstrikot wird dies jedoch keine leichte Aufgabe. Der Däne hält das Rennen weiterhin fest in den Händen.
Die italienischen Hoffnungen ruhen nun auf der Abschlussfeier in Rom, wo Ciccone und andere Sprinter versuchen, die zuvor erlittenen Enttäuschungen abzuschütteln und das Rennen mit einem Sieg zu beenden. Aber eines ist klar: Der „Magnifiquer“ Magnier hat bewiesen, dass er zu den gefährlichsten Rivalen gehört und die italienischen Fahrer weiterhin vor eine große Herausforderung stellen wird.
