Nagelsmann lässt wm-türen offen: einige dabei, andere verzweifelt
Julian Nagelsmann hat gesprochen – und eine Bombe platzen lassen. Die WM-Nominierung ist kein Freifahrtschein. Die Türe ist offen, sagte der Bundestrainer. Aber nur für wenige. Für den Rest gilt: Abstieg in die Reserve, Abschied aus dem Traum.
Am Donnerstagmittag, DFB-Campus in Frankfurt, präsentierte Nagelsmann seinen 23-Mann-Kader für die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana. Die Namen? Bekannt. Die Botschaft? Knallhart. Das ist noch keine WM-Nominierung, betonte er. Ein Satz, der in den Ohren einiger Profis brennt.
Die illusion vom letzten sprint
Lennart Karl und Jonas Urbig von Bayern München sind neu dabei. Frisches Blut, junge Beine. Doch der Großteil des aktuellen Kreises kann sich bereits sicher fühlen. Nagelsmann spricht von einem „gewissen Stamm“. Dahinter verbirgt sich die nüchterne Erkenntnis: 14, 15 Spieler werden das Turnier bestimmen. Die anderen? Statisten. Wichtige Statisten, aber eben nur das.
Die Krux: Wer jetzt nicht dabei ist, muss ein fast unmögliches Rennen aufholen. „Wir reagieren nicht auf jede kleine Delle“, so Nagelsmann. Es sei denn, sie dauert sechs Wochen. Ein Seitenhieb auf die Verletzungsanfälligkeit, aber auch auf die Profis, die in den letzten Monaten zu oft in der Reha lagen.

Die machtfrage hinter den kulissen
Nagelsmann wird seine endgültige Entscheidung in der zweiten Mai-Woche treffen. Bis dahin haben Außenseiter noch eine Chance. Theoretisch. Realistisch gesehen, haben die Nominierten jetzt das Momentum. Wer in den nächsten Wochen nicht überzeugt, fliegt raus. Wer nicht nominiert ist, muss ein sportisches Wunder erleben.
Die WM-Tickets werden verteilt, aber nicht verschenkt. Und der Bundestrainer? Er bleibt kalt. Kein Schulterschluss, keine Garantien. Nur die harte Wahrheit: Anfang Juni muss der 26-Mann-Kader bei FIFA gemeldet sein. Bis dahin tickt die Uhr – für alle.
