Altach zittert um das meistergruppen-ticket: ein punkt reicht – aber nur, wenn salzburg stolpert

Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Sonntag, 11 Uhr, Hohe Warte. Dort, wo einst Herbert Prohaska die Vienna dirigierte, könnte heute Bernhard Summers SCR Altach die Meistergruppe sichern. Ein Punkt gegen First Vienna reicht – vorausgesetzt, Red Bull Salzburg verliert um 14.30 Uhr gegen Südburgenland/Hartberg. Die Rechnung ist simpel, die Nerven blank.

Die tabelle lügt nicht, aber sie zittert

Altach liegt sechs Zähler vor Salzburg, zwei Spiele vor Schluss. Klingt komfortabel, ist es aber nicht. Denn die Salzburgerinnen haben den besseren Direktvergleich (4:2, 1:1) und könnten bei zwei eigenen Siegen plus Altach-Patzer noch vorbeiziehen. Sturm Graz ist längst durch, St. Pölten sowieso. Österreich wartet also darauf, dass endlich Platz vier vergeben ist.

Für Altach ist die 1:9-Klatsche gegen St. Pölten noch im Ohr. „Wichtig ist, wieder in die Spur zu finden“, sagt Summer und meint damit vor allem die Abwehr, die letzte Woche wie ein Sieb wirkte. Seine Mannschaft hat 180 Minuten, um den einen Punkt zu holen, der die Saison rettet. Oder um zwei Siege einzufahren, die jede Rechnung überflüssig machen.

Salzburg spielt gegen das tabellenende – und gegen die uhr

Salzburg spielt gegen das tabellenende – und gegen die uhr

Dusan Pavlovic will nicht vom Gegner, sondern von der eigenen Intensität reden. „Wir müssen von Beginn an Druck machen“, fordert er. Hartberg/Südburgenland ist Letzter, hat nichts mehr zu verlieren und damit alles zu gewinnen. So ein Spiel kann zum Scherbenhaufen werden – oder zur perfekten Bühne für ein 6:0. Die Salzburgerinnen brauchen zwei Siege und gleichzeitig zwei Altach-Pleiten. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber sie existiert.

Altach selbst entscheidet also mit. Gewinnt die Summer-Elf in Wien, ist das Ticket gebucht. Verliert sie, muss sie auf Schützenhilfe hoffen. Und ein Remis? Dann schaut alle 90 Minuten lang nach Salzburg. Die Hohe Warte wird zur Schaukelbühne der Liga.

Letzter spieltag wird zum showdown

Letzter spieltag wird zum showdown

Am Finaletag empfängt Altach Sturm Graz – das Duo, das derzeit punktgleich ist. Da sich beide Teams erneut gegenüberstehen, kann es danach keine Gleichstandsdreier mehr geben. Einer wird mehr Zähler haben, Salzburg maximal zwei Siege aufholen. Die Mathematik ist gnadenlos, die Dramatik garantiert.

Altach kann also heute den Sack zumachen. Oder die Spannung bis zur letzten Sekunde verlängern. Die Kugel rollt um 11 Uhr, die Herzen schlagen schneller. Und Klaus Schäfer wird an der Seitenlinie stehen, mit Stimme, Herzschrittmacher und dem Wissen: Ein Punkt reicht – aber nur, wenn Salzburg stolpert. Sonst geht die Qual los.