Nagelsmann attackiert undav – hamann reagiert mit wm-warnung
Julian Nagelsmann hat mit seiner öffentlichen Abkanzelung von Deniz Undav einen Sturm entfacht. Dietmar Hamann zündelt nach und warnt den Bundestrainer vor einem Eigentor mit Ansage.
Der Coach hatte den Stuttgarter nach dem 2:1 gegen Ghana als „Supersub“ abqualifiziert und gemeint, ihm würde „die Kreativität ein bisschen flöten“, wenn er von Anfang an laufe. Eine Begründung, die Hamann beim Sky-Mikro auseinander nimmt: „Wenn wir bei der WM bei 40 Grad spielen und du dir in den ersten Minuten drei, vier Chancen erarbeitest, aber nicht triffst, war alles umsonst.“

Hamann sieht nagelsmann auf dem holzweg
Der Ex-Nationalspieler rechnet vor: Mit Undav in der Startelf hätte es schon früh 2:0 stehen können. Die Folge: „Du sparst dir Kraft für die heißen Spiele.“ Stattdessen verstehe er nicht, warum Nagelsmann einen Stürmer, der in dieser Saison auch als Starter trifft, „unterstellt, dass er 70 Minuten nicht durchsteht“. Das sei keine Prognose, sondern „eine Schärfe ohne Grund“.
Und es wird gefährlicher: Nick Woltemade schwächelt, bei Newcastle „brennt’s unter dem Dach“, Kai Havertz ist seit einem Jahr torfern. „Dann kriechst du zurück und sagst: Übrigens, Undav, ich hab’s nicht so gemeint“, skizziert Hamann das Worst-Case-Szenario. Die WM lauert bereits in elf Wochen.
Was ihm zusätzlich sauer aufstößt: Das Stadion hatte Undav sch vor der Einwechslung geadelt, die Fans sangen seinen Namen. „Du hättest das ganze Land hinter dir bringen können – vertan“, sagt Hamann. Die Stimmung kippt, wenn der Bundestrauer „Spieler vor der WM öffentlich angreift“. Die deutsche Mannschaft müsse ohnehin über Laufleistung und Geschlossenheit kompensieren, „was nicht einfacher wird, wenn der Coach seine Torschützen vorlauf disqualifiziert“.
Nagelsmanns Zeit läuft. Die nächsten Testspiele sind keine Schonrunden mehr, sondern Endrunden in Miniatur. Wer da seine Torjäger verprellt, muss sich nicht wundern, wenn er im Knockout-Spiel keine Antwort mehr auf dem Platz hat.
