Nadine fähndrich beendet schweizer meisterschaft mit gold – und lässt die skilanglauf-szene ratlos

Ein letztes Mal zog Nadine Fähndrich ihre Fäden, dann streifte sie die Stöcke in den Schnee und schrie. 16. Schweizer Meistertitel, 31. Medaille insgesamt – und keine Antwort auf die Frage, was nun kommt.

Die 30-Jährige gewann am Samstag den Sprint der Schweizer Meisterschaften in Lenzerheide, ließ Fabienne Alder und Marina Kälin um mehrere Sekunden zurück. Für Zuschauer und Sponsoren ein Fest, für Fähndrich ein Abschied ohne Fahrplan. „Ich habe Ideen, aber keinen Kalender“, sagte sie dem SRF-Mikrofon, während ihre Teamkolleginnen noch nach Atem rangen. Die Formulierung klang wie ein offenes Ende in einem Krimi, den niemand bestellt hatte.

Grond springt in die lücke, die fähndrich hinterlässt

Grond springt in die lücke, die fähndrich hinterlässt

Während die Frauen über Zukunft philosophierten, schob Valerio Grond vorne die Spitze. Der 25-Jährige aus Obwalden krönte sich erstmals zum Schweizermeister im Einzelsprint – seine dritte Goldmedaille an nationalen Titelkämpfen, aber die erste, die ihn in die Nachfolge-Diskussion wirft. Grond lachte, als man ihn nach der Druckrolle fragte: „Ich bin kein Ersatz, ich bin Valerio.“ Die Antwort war so schnell wie seine Finish-Attacke auf der letzten Steigung.

Dahinter landeten Niclas Steinr und Mario Bässler auf Podestplätzen, die niemand prognostiziert hatte. Das Rennen war offen wie selten, denn mit Fähndrich verschwindet nicht nur eine Läuferin, sondern ein ganzes Maßband. 31 Medaillen in 13 Jahren – das ist kein Erfolg, das ist ein Datensatz, der künftige Statistiker in Excel-Listen verzweifeln lässt.

Am Streckenrand standen bereits Junioren mit Handys, die Fähndrichs Autogramm wollten und gleichzeitig TikToks drehten. Sie unterschrieb, schaute kurz aufs Display und grinste: „Das Internet vergisst nie – ich schon.“ Dann ging sie Richtung mixed zone, ohne sich umzudrehen. Die Schweizer Langlauf-Ära trägt fortan kein Gesicht mehr, nur noch eine Zahl: 16 x Gold.