Magdeburg vs. füchse: warum der ball schon um 16.05 uhr rollt

Am Samstag fliegt der Ball nicht um 16.00 Uhr, sondern um 16.05 Uhr – und das ist kein Tippfehler. Hinter dem krummen Anwurf des HBL-Topspiels zwischen SC Magdeburg und Füchse Berlin steckt ein milliardenschweres TV-Puzzle, das selbst die Uhrwerke der Hallenuhren durcheinanderbringt.

Ard setzt die stoppuhr – und die liga folgt

Oliver Lücke, Sprecher der Handball-Bundesliga, lüftet das Geheimnis: „Diese Zeiten werden in Absprache mit den TV-Sendern festgelegt. Unsere Spiele müssen ins feste Sendeschema passen.“ Sprich: Wer live im Ersten sehen will, muss sich an die Programmplanung der ARD halten. Der Vorlauf für Einspieler, Studio und Werbeblöcke frisst exakt fünf Minuten – da darf der Referee nicht pünktlich pfeifen.

Die Rechnung geht auf. Die ARD sichert sich mit der Verschiebung 1,2 Millionen Zusatznutzer, schätzen Medienforscher. Für die Liga bedeutet das rund 1,4 Millionen Euro Rechteeinnahmen pro Übertragung – Geld, das am Ende auch den Profis in den Gehaltszettel fließt.

Tradition wird über bord geworfen – und keiner beschwert sich

Tradition wird über bord geworfen – und keiner beschwert sich

Früher galt: Anpfiff zur vollen oder halben Stunde, sonst war nichts zu holen. Heute jubelt selbst der traditionsbewusste Magdeburger ManagerMarc-Henrik Schmedt: „Wir nehmen jede Minute, in der unsere Jungs im Free-TV zu sehen sind.“ Die Fans haben sich umgestellt: Die mitgereisten 1.800 Berliner haben ihre Züge schon auf 15.38 Uhr vorgezogen, um pünktlich vor Ort zu sein.

Das Rückspiel im April wird noch eigenartiger: 15.23 Uhr steht schon fest, weil dann Sportschau und Tagesthemen nahtlos anschließen sollen. Die Uhr tickt – und die Liga tickt mit.

Um 16.05 Uhr ist es also soweit. Fünf Minuten später als gewohnt, aber mit dem gleichen Anpfiff in den Taschen der Fernsehkassen. Wer jetzt noch glaubt, der Sport bestimmt den Zeitplan, der hat die Rechnung ohne die Sendeplanung gemacht.